In einer vollgestellten Wohnung in Schwerin haben Entrümpler einen außergewöhnlichen Fund gemacht: Zwischen Kartons, Büchern und alten VHS-Kassetten kamen rund 70.000 Euro Bargeld, Schmuck und Münzen zum Vorschein. Die 80-jährige Bewohnerin Anita B. hatte die Wohnung verlassen, ihr Mann war zuvor gestorben. Das Team von Aufräumen24 um den 29-jährigen Moussa Altalha war mit der Auflösung des Haushalts beauftragt.
Fund von 50.000 Euro zu Beginn der Arbeiten
Bevor die Arbeiten starteten, fragte Altalha die Seniorin nach eigenen Angaben ausdrücklich, ob sie alle Wertsachen mitgenommen habe – die Antwort war nein. Schon zu Beginn der Entrümpelung stieß das Team auf rund 50.000 Euro, darunter auch alte große Geldscheine. Altalha informierte die Frau, die von dem Geld gewusst haben soll, aber davon ausging, es bereits mitgenommen zu haben. Auch gefundenen Schmuck erhielt sie zurück.
Weitere 20.000 Euro an verschiedenen Stellen versteckt
Im Laufe der Arbeiten fanden die Männer weitere rund 20.000 Euro oder mehr an unterschiedlichen Stellen, erzählt Altalha. Anita B. habe berichtet, dass ihr verstorbener Mann das Geld dort deponiert habe. Später kamen noch einmal mehrere Tausend Euro in Briefumschlägen hinzu. Die Entrümpelung wurde so zu einer akribischen Suche: „Wir müssen jeden Sack, jede Tüte durchsuchen, jeden Schrank“, beschreibt Altalha die Arbeit. Vier Männer waren rund zwei Wochen beschäftigt.
Finderlohn und weitere Funde
Für Altalha stand fest, das Geld nicht zu behalten – auch wenn andere aus der Branche ihm dazu geraten hätten. „Das ist nicht unseres“, sagt er. Auch sein muslimischer Glaube spiele dabei eine Rolle. Anita B. belohnte die Ehrlichkeit mit mehreren Tausend Euro Finderlohn. Nach ihrer Abreise entdeckte das Team zudem Schmuck und eine große Münzsammlung, die die Seniorin zurückgelassen hatte. Einige Stücke könnten aus Silber oder Gold bestehen, andere lediglich vergoldet sein. Der Wert soll noch geprüft werden. Altalha will die Münzen sortieren und gegebenenfalls verkaufen – das Geld soll an Anita B. beziehungsweise ihre Familie gehen.
Junges Unternehmen mit wachsendem Auftragsvolumen
Altalha ist erst seit einem Jahr selbstständig. Der gebürtige Syrer kam 2015 nach Deutschland und lebt seit 2017 in Schwerin. Im vergangenen Jahr gründete er Aufräumen24, angeregt durch seinen Bruder, der zuvor bei einer Entrümpelungsfirma gearbeitet hatte. Heute gehören Umzüge und Entrümpelungen zum Kerngeschäft, je nach Auftrag auch Malerarbeiten und Grundreinigungen. Die Firma erhält laut Altalha meist zwei bis vier Aufträge pro Woche. Häufig melden sich Angehörige, die nach einem Todesfall einen Haushalt auflösen müssen. Dass sich dabei Zehntausende Euro verstecken, bleibt die Ausnahme – in diesem Fall hätte ein vorschneller Griff zum Müllsack teuer werden können.