In Mecklenburg-Vorpommern bleiben zahlreiche Studienplätze der Landarztquote im Jahr 2026 unbesetzt. Nach Zahlen des Gesundheitsministeriums wurden in der Humanmedizin bei 67 Bewerbungen nur 13 von 42 verfügbaren Plätzen vergeben. Auch bei den neuen Quoten für Landzahnärzte und Landapotheker gab es nur wenige Bewerber.
Ausweitung der Quote und neue Zuständigkeiten
Der Landtag hatte im Januar 2026 beschlossen, die quotierte Vergabe von Studienplätzen an den beiden Universitäten des Landes auszuweiten. Neben der bestehenden Landarztquote wurden eine Landzahnarzt- und eine Landapothekerquote eingeführt. Bewerber können auch ohne Einser-Abitur profitieren, müssen sich aber verpflichten, nach dem Studium zehn Jahre lang in einer von Unterversorgung bedrohten Region tätig zu werden.
Mit dem neuen Gesundheitsversorgungsstärkungsgesetz ging die Verantwortung für das Bewerbungs- und Auswahlverfahren von der Kassenärztlichen Vereinigung auf das Gesundheits- und Sozialministerium über. Ende März startete das Bewerbungsverfahren für insgesamt 42 statt bisher 32 Studienplätze der Humanmedizin in Rostock und Greifswald.
Bewerbungen bleiben hinter Erwartungen zurück
Für sieben Landapothekerplätze und acht quotierte Studienplätze für angehende Zahnmediziner wurden ebenfalls Bewerbungen angenommen. Das Ministerium hatte jedoch zuvor darauf hingewiesen, dass ein Studienbeginn im Herbst 2026 nicht garantiert werden könne, da die rechtlichen Grundlagen erst noch geschaffen werden mussten.
Die Zahl der Bewerbungen blieb deutlich hinter den Erwartungen zurück. Für die Humanmedizin lagen 67 Bewerbungen vor, vergeben wurden 13 Plätze. Als Landzahnarzt bewarben sich zwölf Interessenten, nur drei erhielten einen Studienplatz. Für das Pharmaziestudium, für das MV bundesweit einmalig Studienplätze über eine Vorabquote vergibt, gab es lediglich zwei Bewerbungen – angenommen wurde keiner.
Gründe und Kritik an der Verwaltung
Das Ministerium nennt mehrere mögliche Gründe. Bei Pharmaziestudienplätzen seien bundesweit die Bewerberzahlen zurückgegangen. In der Humanmedizin mache sich die Konkurrenz mit anderen Ländern bemerkbar – 11 von 16 hätten inzwischen eine Landarztquote. Zudem habe in der Kürze der Zeit nur eingeschränkt für die Plätze geworben werden können.
Ein gravierendes Problem war, dass vielen Bewerbungen der Studierfähigkeitstest für medizinische Studiengänge (TMS) fehlte. Dieser ist durch das neue Landesgesetz zwingend vorgeschrieben, kann aber nur zweimal pro Jahr abgelegt werden. Ein Ministeriumssprecher betonte, dass Interessenten an der Hotline vermuten ließen, sie würden den Test im Herbst absolvieren und sich im Frühjahr erneut bewerben.
Die gesundheitspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Katy Hoffmeister, kritisierte die Zahlen als „inakzeptabel“. Sie warf der Landesregierung vor, die Ausweitung des Landarztgesetzes mehr als vier Jahre verschleppt zu haben. Zudem sei das Auswahlverfahren zu spät gestartet worden, und das Sozialministerium habe den Prozess entgegen Warnungen selbst durchführen wollen, statt die Kassenärztliche Vereinigung zu beauftragen.