Neue MV-Umfrage: AfD und SPD legen zu, BSW verliert
Neue MV-Umfrage: AfD und SPD legen zu, BSW verliert

Gut fünf Wochen vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern zeichnet sich in der Wählergunst weiterhin ein Zweikampf zwischen AfD und SPD ab. Laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA Consulere im Auftrag des Nordkurier legen beide Parteien leicht zu, während das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) Zustimmung verliert.

AfD und SPD legen zu, BSW verliert

Die AfD erreicht in der Umfrage 36 Prozent der Wählerstimmen – ein Prozentpunkt mehr als bei der Nordkurier-Umfrage im Juni und 19,3 Prozentpunkte mehr als bei der Landtagswahl 2021. Auch die SPD kann zulegen: 29 Prozent bedeuten ein Plus von einem Prozentpunkt und einen Rückgang von 10,6 Prozentpunkten im Vergleich zu 2021.

Die Linke verharrt bei 11 Prozent (+1,1 zu 2021), die CDU bei 10 Prozent (-3,3 zu 2021). Die Grünen gewinnen einen Punkt auf 5 Prozent (-1,3 zu 2021) und wären mit diesem Ergebnis knapp im Landtag vertreten. Das BSW verliert dagegen zwei Punkte und kommt auf 4 Prozent. Die FDP bleibt unverändert bei 3 Prozent (-2,8 zu 2021).

Befragung und Regierungsbildung

INSA Consulere befragte im Zeitraum vom 4. bis 11. August 1000 Wahlberechtigte ab 16 Jahren in Mecklenburg-Vorpommern. Die Umfrage ist repräsentativ, die maximale Fehlertoleranz liegt bei plus/minus 3,1 Prozent.

Für die Regierungsbildung im Nordosten ergeben die Zahlen: Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig käme derzeit weder mit den Linken noch mit der CDU – 40 oder 39 Prozent – auf eine erforderliche Regierungsmehrheit. Denkbar wären verschiedene Dreierbündnisse. Die CDU schließt Koalitionen mit AfD und Linken aus. Rot-Rot-Grün käme auf 45 Prozent – knapp zu wenig für eine Mehrheit im neuen Parlament.

Potenzialanalyse und Wahlbarkeit

Die Potenzialanalyse von INSA zeigt, dass die SPD ein zusätzliches Potenzial von 16 Prozent hat, die AfD von 5 Prozent. Weitere Parteien: CDU 13, Linke 13, Grüne 11, FDP 13, BSW 16 Prozent.

Von den potenziellen Wählern der CDU sind 72 Prozent mit aktueller Wahl-Präferenz SPD, bei den Linken-Wählern sind es 55 Prozent. Von Befragten, die als zweite Wahl die AfD angaben, sind 41 Prozent BSW-Anhänger. Umgekehrt könnten sich 68 Prozent der potenziellen AfD-Wähler auch vorstellen, auf das BSW umzuschwenken.

52 Prozent aller Befragten halten die AfD für gar nicht wählbar, 41 Prozent die Grünen, 38 Prozent die Linke, 32 Prozent die CDU. Bei SPD, FDP und BSW sind es 24, 23 und 21 Prozent.

INSA-Chef Hermann Binkert zufolge ist die Landtagswahl damit noch lange nicht entschieden. Die AfD sei aber kaum noch von Platz eins zu verdrängen. Die CDU sieht Binkert „vor einer Zerreißprobe“: Womöglich müsste sich die Partei nach dem 22. September zwischen einer Koalition mit AfD oder SPD und Linken entscheiden, um an die Regierung zu kommen. Bündnisse mit Rechts und Links hat die CDU wiederholt ausgeschlossen.

Auch der Rechtsstreit vor dem Landesverfassungsgericht um die Nichtzulassung der Landesliste der Partei „Lobbyisten für Kinder“ könnte Einfluss auf den Wahlausgang nehmen. Verkürzte sich die Zeit der Briefwahl, würde davon wohl am ehesten die AfD profitieren, so Binkert.