Nach wochenlangen Verzögerungen ist der symbolische Startschuss für die zweite Erweiterung der Palmberg-Arena in Schwerin gefallen. Die Heimspielstätte des SSC Palmberg Schwerin soll 400 zusätzliche Sitzplätze erhalten, wodurch die Kapazität auf 2500 Zuschauer steigt. Das Land unterstützt das Vorhaben mit fünf Millionen Euro. Die neuen Tribünen sollen zur Saison 2027/28 fertig sein.
Verzögerung sorgte für Kritik
Die Erweiterung kommt später als zunächst geplant. Noch im Juli hatte der SSC mitgeteilt, dass die erste Teilerweiterung nicht wie vorgesehen zum Start der Saison 2026/27 abgeschlossen werden könne. Neue Sitzplatz-Dauerkarten können deshalb vorerst nicht angeboten werden. In sozialen Netzwerken reagierten viele Schweriner kritisch auf die Verzögerung und verwiesen auf die Bedeutung des Vereins und seiner Halle für die Landeshauptstadt.
Der SSC gehört zu den sportlichen Aushängeschildern Schwerins, die Arena ist bei Heimspielen regelmäßig gut gefüllt. Nun steht fest: Gebaut wird – allerdings mit dem späteren Ziel. Beide neuen Tribünen sollen zur Spielzeit 2027/28 genutzt werden können.
Zweiter Rang für die Arena
Die Erweiterung ist baulich anspruchsvoll. An der Ost- und Südseite der Halle, in den Blöcken C und D, werden zusätzliche Tribünen eingebaut. Sie sollen als eine Art zweiter Rang in die Arena hineinragen und insgesamt 400 neue Sitzplätze schaffen. An der Ostseite entsteht dafür ein etwa drei Meter breiter Anbau, der der Erschließung der neuen Plätze dient. Bereits vorhandene Treppenhäuser werden mitgenutzt. An der Südseite soll der Zuschauergang von außen nicht sichtbar durch die bestehende Boxhalle verlaufen.
Ein ähnliches Prinzip wurde bereits auf der Nordseite umgesetzt. Dort war über dem Block B im Zuge der vorherigen Erweiterung ein neuer Bereich entstanden.
Bau in zwei Abschnitten
Die Arbeiten erfolgen in zwei Bauabschnitten, um den Spielbetrieb des SSC nicht zu beeinträchtigen. Bei optimalem Verlauf könnte die Ostseite bis zum Jahresende fertiggestellt werden, anschließend folgt die Südseite. „Ziel ist es, dass beide Tribünen ab der Spielzeit 2027/28 genutzt werden können“, sagt Wieland Schaible, Geschäftsführer der Lambrechtsgrund Betriebsgesellschaft mbH (LBG). Die LBG ist Pächterin der Arena und hat die Projektsteuerung übernommen.
Kapazität für internationale Spiele
Mit dem Ausbau steigt die Kapazität der Palmberg-Arena auf 2500 Zuschauer. Das ist für den SSC nicht nur wegen der hohen Nachfrage nach Tickets wichtig, sondern auch für die Austragung internationaler Spiele. Oberbürgermeister Sebastian Ehlers bezeichnet den SSC als erfolgreichste Vereinsmannschaft Mecklenburg-Vorpommerns und als Aushängeschild des Volleyballs und Mannschaftssports in Schwerin.
„Der Ausbau der Sitzplatzkapazität ist erforderlich, um künftig Spiele in der Champions League austragen zu dürfen“, sagt Ehlers. Mit der Erweiterung werde der Spielbetrieb sichergestellt und die Wettbewerbsfähigkeit des Vereins dauerhaft erhalten. Der 13-fache Deutsche Meister ist in der kommenden Saison zwar nicht in der Champions League vertreten, die Halle soll jedoch die Voraussetzungen für eine erneute Qualifikation erfüllen.
Fünf Millionen Euro vom Land
Beim symbolischen Baustart übergab Ministerpräsidentin Manuela Schwesig den Förderbescheid. Das Land unterstützt das Bauvorhaben mit fünf Millionen Euro aus dem Sondervermögen „Infrastruktur“. Es ist bereits die zweite größere Erweiterung der Volleyballhalle innerhalb weniger Jahre. Zuletzt hatte die Stadt die Arena 2022 für rund drei Millionen Euro um einen VIP- und Cateringbereich sowie einen Multifunktionsraum erweitert, um Mindeststandards der Deutschen Volleyball Liga zu erfüllen.
Nun folgt der nächste Schritt – und damit nach den zuletzt kommunizierten Verzögerungen auch eine konkretere Perspektive für die Fans.