Seit Wochen liegt die Petermännchen-Fähre am Anleger beim E-Werk fest. Ein Motorschaden hat den kleinen Kreuzer im Juni außer Gefecht gesetzt. Wie es weitergeht, ist weiterhin offen. Auch Thomas Schlüter, Geschäftsführer des Schweriner Nahverkehrs, hat noch kein klares Bild vom Schaden.
Motor in Spezialwerkstatt
„Der Motor lässt sich starten, geht dann aber unter Volllast aus und springt anschließend nicht mehr an“, schildert Schlüter. Die Maschine wurde ausgebaut und in eine Spezialwerkstatt gebracht. Die Fachleute haben den Zylinderkopf abgenommen und Hinweise auf einen Kolbenfresser gefunden. Das genaue Ausmaß ist jedoch unklar.
Offen ist laut Schlüter auch, ob die nötigen Ersatzteile verfügbar sind, ob sich der Dieselmotor überhaupt reparieren lässt – und zu welchen Kosten.
Landrevision geplant
Der Motorschaden bringt auch den Plan für die Landrevision ins Wanken. Die mehr als 100 Jahre alte Fähre sollte nach der Saison für vier Jahre fit gemacht werden. Geschätzte Kosten: etwa 50.000 Euro.
Schon früher gab es andere Ideen: Im April 2024 forderte die Stadtvertretung den damaligen Oberbürgermeister Rico Badenschier (SPD) auf, Konzepte für ein Fährangebot zu erarbeiten. Badenschier schlug eine Elektro-Katamaran-Fähre vor – Kostenpunkt: rund 500.000 Euro.
Ersatzneubau erst nach 2030
Auf eine Anfrage der Fraktion Unabhängige Bürger/FDP teilte Badenschiers Nachfolger Sebastian Ehlers (CDU) mit: Mit dem Ausfall sei der „technisch ungünstigste Fall“ eingetreten. Die Landrevision sollte den Betrieb bis etwa 2030 sichern. Ob der Motorschaden diese Planung ändert, kann erst nach der Begutachtung bewertet werden. Ein Ersatzneubau sei erst nach 2030 vorgesehen.
Schlüter hofft, dass sich der Motor reparieren lässt. Dann könnte die Fähre in dieser Saison noch einmal fahren. Für einen langfristigen Betrieb müssten aber auch die Anleger am Arsenal und an der Straße Zum Bahnhof erneuert werden.