Erstes Interview nach dem Unfall
Der Bundestagsabgeordnete Thomas Bareiß (CDU) hat nach seinem schweren Verkehrsunfall am 12. Juli 2026 der Schwäbischen Zeitung das erste Interview gegeben. Der 51-Jährige war auf der B27 zwischen Hechingen und Balingen verunglückt. Er wurde dabei eingeklemmt und musste von der Feuerwehr befreit werden. Mit einem Rettungshubschrauber kam er in eine Tübinger Klinik, wo er stationär behandelt wurde. Bei dem Unfall erlitt er mehrere schmerzhafte Rippenbrüche, musste aber nicht operiert werden.
„Das Leben kann schneller vorbei sein“
Auf die Frage nach seinem Befinden antwortete Bareiß: „Den Umständen entsprechend ganz gut. Ich hatte einen großen Schutzengel.“ Er sei dankbar, dass es für alle Beteiligten glimpflich ausgegangen sei. Der Unfall sei ein Einschnitt gewesen, der ihn zum Nachdenken gebracht habe: „Worauf kommt es wirklich an im Leben? Das Leben kann manchmal schneller vorbei sein, als man es für möglich hält.“ Er habe Prioritäten neu gesetzt.
An den Unfallhergang kann er sich nicht erinnern. Er habe noch das Bild des Feuerwehrmanns im Kopf, der ihn kopfüber aus dem Auto zog. Über die mediale Berichterstattung war er erstaunt, betonte aber die vielen Genesungswünsche, die ihm Kraft gaben.
Dank an Rettungskräfte und Familie
Bareiß dankte ausdrücklich den Rettungskräften, darunter Feuerwehr, Notärzten, Polizei und Technischem Hilfswerk sowie dem Klinikpersonal in Tübingen. Besonders bedankte er sich auch bei den ehrenamtlichen Helfern. Seine Frau und Familie hätten ihn in den ersten Tagen abgeschirmt, was ihm sehr geholfen habe.
Bereits eine Woche nach dem Unfall – er wurde am Mittwoch nach dem Unfall entlassen – wagte er die Reise nach Berlin zur Wahl des neuen Fraktionsvorsitzenden Thorsten Frei. Er habe lange abgewogen, sich dann aber für die Teilnahme entschieden, um seiner Verantwortung nachzukommen.
Genesung und Pläne
Die Rippenbrüche seien weiterhin sehr schmerzhaft. Nachts sei der Schlaf beeinträchtigt, und selbst Lachen oder Husten sei unangenehm. Die Ärzte hätten ihm gesagt, dass die Genesung Wochen dauern könne. Sein Ziel sei es, im September mit den Sitzungswochen des Bundestages wieder voll einsatzfähig zu sein. Zu den Themen, die er dann anpacken will, zählt er die Zukunftsfestigkeit der Sozialsysteme, Bürokratieabbau und die Haushaltsberatungen für 2027.
Seine ursprünglich geplante Sommertour durch den Wahlkreis wurde abgesagt, aber sein Büro will Alternativtermine anbieten.
Ermittlungen der Polizei
Die Polizei in Reutlingen teilte mit, die Ermittlungen zur Unfallursache liefen noch. Ein von der Staatsanwaltschaft Hechingen in Auftrag gegebenes Gutachten stehe aus. Laut Polizeibericht war der CDU-Politiker am 12. Juli auf der B27 unterwegs, kollidierte aus unbekannter Ursache mit einem Ford Fiesta und überschlug sich anschließend. Der 50-jährige Fahrer des Fiesta und seine beiden Mitfahrerinnen (40 und 47) wurden ebenfalls verletzt.