Bei der Landtagswahl 2026 hat die AfD im Wahlkreis 32 die SPD überholt. Nach Auszählung aller 64 Wahlbezirke setzte sich der Sternberger Jan-Phillip Tadsen (AfD) bei den Erststimmen mit 41,8 Prozent durch. Christine Klingohr aus Golchen (SPD) kam auf Platz zwei mit 36,2 Prozent – ein leichter Zugewinn, aber nicht genug für den Sieg. Damit tauschten die beiden Kandidaten im Vergleich zu 2021 die Plätze: Damals gewann Klingohr mit 34,6 Prozent klar gegen Tadsen (17,4 Prozent).
AfD auch bei den Zweitstimmen vorn
Auch bei den Zweitstimmen lag die AfD im Wahlkreis 32 vorn: Sie erreichte 40,4 Prozent, die SPD kam auf 36,1 Prozent. Das BSW schaffte mit 5,3 Prozent knapp den Einzug, die CDU folgte mit 5,1 Prozent. Alle anderen Direktkandidaten blieben unter fünf Prozent: Karen Ihde-Lütge (CDU) erhielt 6,6 Prozent, Ralf Marquardt (Die Linke) 5,3 Prozent.
Im Wahlkreis 28, zu dem das Amt Neukloster-Warin gehört, setzte sich Paul-Joachim Timm (AfD) mit 41,6 Prozent gegen Jens Strohschein (SPD) durch, der auf 35,1 Prozent kam. Bei den Zweitstimmen erreichte die AfD dort 39,8 Prozent, die SPD 36,2 Prozent.
Hohe Wahlbeteiligung und rege Briefwahl
Die Wahlbeteiligung im Wahlkreis 32 war mit rund 83 Prozent sehr hoch. Bereits am frühen Nachmittag hatten 4416 von 10147 Wahlberechtigten im Amt Sternberger Seenlandschaft ihre Stimme abgegeben – rund 44 Prozent. Bis Samstag waren mehr als 2300 Briefwahlstimmen im Sternberger Rathaus eingegangen. „Bei den letzten Wahlen gab es eine ähnlich hohe Beteiligung“, sagte Rebekka Kinetz am Abend.
In den Wahllokalen herrschte am Sonntag ein Kommen und Gehen. Familie Milz aus Groß Görnow wählte im Sternberger Wahllokal 3 und betonte: „Es ist immer wichtig, wählen zu gehen.“ Für ihre 16-jährige Tochter war es die erste Wahl – ihr Fazit: „Ich habe es mir anders vorgestellt, irgendwie aufregender.“ Eine ältere Dame aus Sternberg ärgerte sich über einen möglichen Fehler auf dem Stimmzettel: „Ich glaube, ich habe nicht richtig gelesen und beide Stimmen auf der Seite der Zweitstimme abgegeben.“ Sie betonte dennoch: „Ich gehe immer wählen.“
Ruhiger Wahlsonntag ohne Zwischenfälle
Die Auszählung begann um 18 Uhr in den beiden Briefwahlbüros der Stadt Sternberg und in den Wahllokalen – insgesamt 18 Wahlhelfer waren im Einsatz. Zwischenfälle gab es nach Angaben der Gemeindewahlleitung nicht. „Es lief erstaunlich ruhig“, sagten Rebekka Kinetz und Olaf Steinberg. Die Polizei zeigte den Tag über Präsenz. Im Sternberger Bürgerbüro wurden einige Wähler zusätzlich um eine anonyme Befragung an der ARD-Box gebeten, die zur 18-Uhr-Prognose fürs Fernsehen diente.