Der Kampf gegen die Flammen bei Bordeaux geht auch in der Nacht weiter. Die Feuerwehr fürchtet eine neue Hitzewelle mit Temperaturen bis zu 40 Grad, die die zwischenzeitlich eingedämmten Brände wieder aufflammen lassen könnte. Der Wetterdienst Météo France warnte vor einem Anstieg des Waldbrandrisikos.
Wiederaufflammen der Brände bei Bordeaux
Am Dienstag gab es tagsüber bereits 14 Neuausbrüche der Brände in der Region, wie die Präfektin von Bordeaux, Sophie Brocas, am Abend sagte. Zum Wiederaufflammen der Brände kam es bei Wind und steigenden Temperaturen in Bereichen, in denen das Feuer in den vergangenen Tagen bereits gewütet hatte. „Der Brand ist stabilisiert, aber nicht unter Kontrolle und dehnt sich nicht weiter aus“, sagte die regionale Verwaltungschefin. Auch in die Nacht hinein wurden aus verschiedenen Orten neu aufflammende Brände gemeldet.
Lage in den betroffenen Gebieten
Dichter Dunst lag in der Luft, es roch verbrannt. Meterweit gibt es nur verbrannten Waldboden, Sand und Asche, dazwischen Bäume mit angesengten Stämmen und vertrockneten Blättern. Die Auswirkungen auf Pflanzen und Tierwelt sind dramatisch. Ein verirrtes Reh suchte in der apokalyptischen Landschaft seinen Weg.
Einsatzkräfte im Dauereinsatz
Weiterhin sind 2.750 Feuerwehrleute, 23 Löschflugzeuge und über 1.400 Polizeikräfte im Einsatz, sagte die Präfektin. 110 Feuerwehrleute wurden inzwischen im Einsatz verletzt. Manche Häuser konnten die Einsatzkräfte vor den Flammen retten, andere wurden komplett zerstört.
Rückkehr für einige Evakuierte
Die Bewohner von drei vorsorglich evakuierten Ortschaften, die von den Flammen bislang verschont wurden, dürfen zurück in ihre Häuser – unter zwei Bedingungen: Sie müssen ihr Handy anlassen und mobilisiert bleiben für eine mögliche erneute Evakuierung. Die Präfektin relativierte auch ihren Aufruf an Touristen: Im Norden des Departements Gironde sei Urlaub problemlos möglich, im Süden müssten Touristen die Brandgebiete meiden.
Erfolge in Spanien
Bei der Bekämpfung mehrerer verheerender Waldbrände feiern die Einsatzkräfte in Spanien erhebliche Erfolge. „Wir sehen Licht am Ende des Tunnels“, sagte Ministerpräsident Pedro Sánchez nach einer Sitzung des Krisenstabs in Madrid. Doch der Wetterdienst Aemet kündigte den Beginn der vierten Hitzewelle des Sommers an, die bis Sonntag andauern soll. Temperaturen von bis zu 42 Grad und sinkende Luftfeuchtigkeit könnten die Arbeiten erschweren.
Die Waldbrände treffen vor allem die Provinz Ávila westlich von Madrid sowie die benachbarten Regionen Madrid und Toledo. Zusammen verwüsteten die Flammen knapp 80.000 Hektar Wald- und Buschland. Allein in Ávila wurde nach vorläufigen Schätzungen eine Fläche von knapp 50.000 Hektar zerstört – fast der Fläche des Bodensees. Dieses Feuer ist das größte der jüngeren Geschichte Spaniens seit Beginn der Erfassungen 1968.
Rund 90.000 Menschen waren von Evakuierungen oder Ausgangsbeschränkungen betroffen. Das Innenministerium in Madrid gab eine Lockerung bekannt: Die Bewohner von 15 Ortschaften durften bereits am Dienstagabend zurückkehren, zudem wurden für sechs weitere Ortschaften die Ausgangsbeschränkungen aufgehoben. Davon profitieren insgesamt etwa 34.000 Menschen.
Auch in der Provinz Castellón im Osten brennt es weiter. Im Gebiet Vall d'Uixó erfassten die Flammen rund 10.000 Hektar. Dort waren rund 16.000 Menschen evakuiert worden, viele konnten inzwischen zurückkehren. Tausende Menschen müssen eine weitere Nacht in Notunterkünften verbringen.