Weniger Abschiebungen aus Mecklenburg-Vorpommern im ersten Halbjahr
Weniger Abschiebungen aus MV im ersten Halbjahr

Die Zahl der Abschiebungen aus Mecklenburg-Vorpommern ist im ersten Halbjahr 2026 deutlich gesunken. Wie aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage des AfD-Bundestagsabgeordneten Leif-Erik Holm hervorgeht, wurden von Januar bis Juni 79 Menschen auf Veranlassung des Landes abgeschoben. Im ersten Halbjahr 2025 waren es nach früheren Angaben des Bundesinnenministeriums noch 152.

Nach vorläufigen Angaben des Schweriner Innenministeriums wurden im Gesamtjahr 2025 etwas mehr als 300 Menschen auf Veranlassung von Mecklenburg-Vorpommern abgeschoben. Ein Jahr zuvor waren es 390. Auch bundesweit ist die Zahl der Abschiebungen rückläufig: Von Januar bis Juni 2026 registrierte das Bundesinnenministerium 9.663 Abschiebungen aus Deutschland, nach mehr als 11.800 im ersten Halbjahr 2025. Damit liegt das aktuelle Halbjahr aber noch über dem Niveau der ersten sechs Monate 2024, als knapp 9.500 Menschen abgeschoben wurden.

AfD fordert Abschiebeoffensive

Leif-Erik Holm, Co-Landeschef der AfD in Mecklenburg-Vorpommern und Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten bei der Landtagswahl im September, kritisierte die Entwicklung. „Die ganze Migrationspolitik ist ein Desaster, im Bund wie im Land“, sagte Holm. „Die immer wieder versprochenen Abschiebeoffensiven sind reine Rohrkrepierer, und die Sicherheitslage verschärft sich immer weiter.“ Die Zahlen in MV hätten sich in den letzten Halbjahren fast halbiert, bemängelte Holm. „Hier braucht es endlich Lösungen auf Landesebene, damit die Kurve der Abschiebungen endlich nach oben zeigt.“

Als häufigen Grund gescheiterter Abschiebungen nannte Holm das Untertauchen Ausreisepflichtiger. Die AfD will daher im Fall einer Regierungsübernahme eine Landesausreiseeinrichtung sowie eine eigene Abschiebehafteinrichtung für straffällig gewordene Migranten etablieren. Im Wahlprogramm der Partei findet sich zudem das Ziel einer „eigenen Grenz- und Rückführungspolizei innerhalb der Landespolizei“.

Deutlich weniger Asylanträge

Parallel dazu sind die Asylbewerberzahlen im Nordosten stark gesunken. Nach Angaben des Schweriner Innenministeriums gingen von Januar bis Juni 809 Asylerstanträge ein – rund 35 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2025 mit 1.260 Anträgen. Ein Jahr zuvor waren es sogar 2.464 gewesen. Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine sind in diesen Zahlen nicht enthalten.

Als mögliche Gründe für den Rückgang hatte das Innenministerium zuvor die veränderte Situation in Herkunftsländern wie Syrien und Afghanistan sowie verschärfte Grenzkontrollen und Zurückweisungen an den Grenzen genannt. Auch bundesweit war die Zahl der Asylerstanträge zurückgegangen.