Strommix 2025: Rekord bei Erneuerbaren, Ziele aber in Gefahr
Strommix 2025: Rekord bei Erneuerbaren, Ziele in Gefahr

Das Jahr 2025 war ein Rekordjahr für die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen in Deutschland. Nach Daten des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) wurden gut 278 Terawattstunden Strom nachhaltig produziert, was einem Anteil von fast 62 Prozent entspricht. Erstmals lieferte Solarenergie mehr Strom als die Braunkohle.

Anteil erneuerbarer Energien im Tagesverlauf

Am Dienstag lag der Anteil erneuerbarer Energien am produzierten Strom bei 68,3 Prozent. Davon stammten 18,7 Prozent aus Windenergie und 37,4 Prozent aus Solarenergie. Fossile Energieträger wie Kohle und Erdgas hatten einen Anteil von 31,4 Prozent. Die Zusammensetzung des Strommixes variiert stark je nach Wetter, Tages- und Jahreszeit: Im Sommer liefert die Solarenergie mehr Strom, im Winter die Windenergie.

Stromimporte steigen

Deutschland deckte zuletzt einen Teil der Nachfrage durch Stromimporte, da ausländischer Strom oft günstiger ist als die Produktion in heimischen Gas- und Kohlekraftwerken. Im Juni importierte Deutschland netto 2,07 Terawattstunden Strom, vor allem aus der Schweiz, Frankreich, Dänemark und Norwegen. Davon stammten 59,4 Prozent aus erneuerbaren Quellen, 11,6 Prozent aus fossilen Quellen und 25,6 Prozent aus Atomkraft. In den vergangenen zwölf Monaten lag der Nettoimport bei 13,58 Terawattstunden, in den zwölf Monaten zuvor bei 27 Terawattstunden.

Entwicklung des Strommixes seit 2002

Der Anteil fossiler Energieträger am in Deutschland produzierten Strom ist seit 2002 stetig gesunken. 2020 war ein Rekordjahr mit rund 35 Prozent fossilen Quellen. Seit 2023 zeigt sich eine Trendwende: weniger fossiler Strom und kein Atomstrom mehr, dafür mehr erneuerbare Energien. Windkraft ist inzwischen die wichtigste Stromquelle und hat die Kohle abgelöst.

Ausbau der erneuerbaren Energien stockt

Trotz der Rekorde geht der Ausbau der erneuerbaren Energien nicht schnell genug voran. Der Zubau der Windenergie brach nach 2017 ein, als die Bundesregierung kompliziertere Genehmigungsverfahren einführte. 2025 wurden etwa fünf Gigawatt Windanlagen neu gebaut, geplant waren mehr als acht Gigawatt. Bei der Solarenergie wurden 2025 mit 16,9 Gigawatt die Ausbauziele von 18 Gigawatt verfehlt, obwohl sich das Tempo im Vergleich zu 2022 (7,2 Gigawatt) mehr als verdoppelt hat. Ab 2026 sollen jährlich 22 Gigawatt Solarenergie dazukommen.