AWG modernisiert DDR-Wohnblock in Anklam: Neue Dämmung für 250.000 Euro
AWG modernisiert DDR-Wohnblock in Anklam

Die Anklamer Wohnungsgenossenschaft (AWG) lässt derzeit Fassadenarbeiten an einem Wohnblock in der Klosterstraße ausführen. Das Gebäude aus dem Jahr 1962 erhält eine neue Wärmedämmung und ist – abgesehen von den WBS-70-Blöcken im Hanseviertel – das letzte Objekt im AWG-Bestand, das von außen mit einem Wärmedämmverbundsystem gedämmt wird. Das erklärte Vorstandsvorsitzender Falko Jonas.

Regionaler Betrieb aus Ducherow im Einsatz

Die Arbeiten sind bereits deutlich vorangeschritten. Als ausführende Firma konnte mit Pommern-Bau aus Ducherow ein regionaler Betrieb gewonnen werden. Die AWG rechnet mit Kosten von rund 250.000 Euro und hofft auf eine Förderung in Höhe von rund 40.000 bis 50.000 Euro. Die Fördermittel sollen auch den Mietern zugutekommen, da die Modernisierungsmaßnahmen später anteilig auf die Miete umgelegt werden.

Ein Wermutstropfen sei allerdings, dass die bisherigen Stuckarbeiten – die einzigen in der Straße – künftig nicht mehr zu sehen sind. Diese nachzuempfinden hätte rund 30.000 Euro gekostet und sei in Abwägung mit der Rahmenplanerin abgewählt worden, so Jonas. Das Gebäude liegt mitten im städtischen Sanierungsgebiet.

Einspareffekt von 15 Prozent erwartet

Sanierungen an Wohnblöcken in Ducherow, die bereits 2025 erfolgten, hätten einen deutlichen Einspareffekt bei den Heizkosten gezeigt, so Jonas. Er rechnet mit einem verminderten Energieaufwand von rund 15 Prozent. In allen Häusern der AWG seien zudem bereits moderne Heizsysteme installiert worden, die sich individuell steuern lassen.

In Ducherow hätten intelligente Thermostate zudem noch einmal einige Prozentpunkte bei der Effizienz ausgemacht. Insgesamt 23 Prozent schlagen hier als Minderverbrauch zu Buche. Auch für Anklam ist eine Nachrüstung der Thermostate in AWG-Gebäuden vorgesehen. Jonas rechnet mit Kosten von rund 300.000 bis 400.000 Euro.

Klimaneutral bis 2045 als Ziel

Insgesamt will die AWG ihre Modernisierungsstrategie weiter vorantreiben. Dabei richte man den Blick gezielt auf die CO2-Bilanz der Gebäude und setze bei den Maßnahmen mit der größten Hebelwirkung an. Die einzelnen Schritte sollen helfen, das Ziel zu erreichen, bis 2045 klimaneutral mit dem Wohnungsbestand zu sein.

Falko Jonas bedauert jedoch, dass das Bestreben des Vermieters bei den Mietern vor allem im Portemonnaie nicht sofort ersichtlich wird. „Früher haben wir saniert und die Mieter hatten einen sichtbaren positiven Effekt. Die Kaltmieten stiegen zwar, dafür sanken die Nebenkosten entsprechend stärker. Heute gilt das jedoch nicht mehr. Die Kosten sind so sehr gestiegen, dass wir diese mit der Modernisierung eben nur halten können – ohne würde es noch viel teurer werden, das ist jedoch schwerer zu vermitteln“, so Jonas. Mit einem spürbaren Effekt auf der Abrechnung rechnet er bei der jetzigen Dämm-Maßnahme in rund anderthalb Jahren.

Ein Umstieg auf Fernwärme sei aktuell auch in der Klosterstraße nicht denkbar – nicht nur wegen fehlender Leitungen der Stadtwärme. „Derzeit rechnet sich das für uns nicht“, macht Jonas klar.