Müllmann Tobias Pank aus Greifswald arbeitet in Vollzeit, hat einen Nebenjob und verlässt sich wenig auf den Staat. „Von dem, was ich leiste, müsste mehr übrig bleiben“, sagt der 42-Jährige. Seine Arbeit beginnt früh, während andere noch schlafen.
Früher Start mit täglicher Kontrolle
Jeden Morgen steht für Tobias Pank zunächst die Abfahrtskontrolle an. Eine Viertelstunde lang prüft er Flüssigkeiten, Luft, Risse in den Reifen und die Aufbauten seines Lkw. „So ein Lkw hat jeden Tag Tonnen, die bewegt werden“, erklärt er. Die erste Fuhre ist gleich startklar: rund 16 Tonnen Hausmüll.
Belastung im Alltag
Beim Aufladen kommt die Belastungsprobe: „Das ist der Hausmüll, der so stark riecht. Hier sind auch Maden. Guck mal, was hier alles schwimmt. Und den habe ich gestern erst gewaschen, so ein Mist.“ Trotz der täglichen Schinderei will Pank am Ende nicht mit leeren Händen dastehen.
Sorge um die Rente
Bei der Frage nach seinen Erwartungen an den Staat wird Pank nachdenklich: „Was erwarte ich vom Staat? Mehr Hilfe nachher für die Rente und so was alles. Ich sehe das ja bei meinen Eltern. Die haben jahrelang gearbeitet und kriegen eine mickrige Rente.“ Deshalb spart er konsequent: „Ich leg mein Geld weg. Ich spare gut, ich spare viel, ich rauche nicht, esse gern, gehe nicht feiern.“
Von der Politik fühlt er sich im Stich gelassen. Große Versprechen vor den Wahlen, am Ende bleibe nicht viel übrig, findet er. Sein dreizehnjähriger Sohn lebt im Wechselmodell, eine Woche bei der Mutter, eine Woche beim Vater. In den Wochen ohne seinen Sohn nutzt Pank die freie Zeit für einen Nebenjob.
Nebenjob als Zukunftsinvestition
Nach acht Stunden auf dem Bock greift der Müllmann zu Spachtelwerkzeug, Malerwerkzeug, Klebeband und Klebefolie. Der Nebenjob bei seinem langjährigen Kumpel und Maler Ralf Haberla ist auch eine Investition in die Zukunft seines Sohnes. „Für sein weiteres Leben lege ich Geld weg. Er will viel, er will den Führerschein machen, er will ein Moped haben“, sagt Pank.
Maler Ralf Haberla spricht aus, was viele frustriert: „Je mehr man arbeiten geht, desto mehr muss man leider auch zahlen. Das wird einem nicht gegönnt vom Staat, sagen wir es mal so.“ Der 43-Jährige wünscht sich, dass mehr hängen bleibt. Für Selbstständige müsse sich etwas ändern – „mit Steuern auf Steuern und wieder auf Steuern“, wie er sagt.
Stolz auf die eigene Arbeit
Trotz des Ärgers über Abzüge wissen beide Männer um den Wert ihrer Arbeit. „Ich sorge dafür, den Müll zu beseitigen, halte die Stadt sauber, mache Wohnungen. Das bringe ich ein“, so Tobias Pank. Morgen früh um 5 Uhr geht es in Greifswald wieder von vorn los – mit Stolz, Malerwalze und einem Müllcontainer im Schlepptau.