Drei Männer aus Polen müssen sich in Kürze vor dem Landgericht Stralsund verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, von März 2025 bis Januar 2026 bei 16 Autowerkstätten einen Schaden von rund 600.000 Euro angerichtet zu haben. Das sagte eine Sprecherin des Landgerichtes am Montag.
Bandenmäßiger Diebstahl in mehreren Städten
Den 37, 39 und 40 Jahre alten Beschuldigten wird bandenmäßiger schwerer Diebstahl vorgeworfen. Sie sollen – zum Teil mit weiteren Bandenmitgliedern, gegen die noch ermittelt wird – unter anderem in Ribnitz-Damgarten, Bad Sülze, Anklam, Altentreptow, Greifswald und Bergen auf der Insel Rügen zugeschlagen haben.
Die Bande soll zunächst die Tatorte mit einem möglichst unauffälligen Pkw abgefahren und ausgekundschaftet haben. Danach seien sie nachts mit einem zweiten Fahrzeug, einem Transporter, zurückgekehrt. Sie brachen oft Container und Lagerhallen für die Kompletträder-Lagerung von unterschiedlichen Automarken auf und räumten diese aus.
Schaden in Greifswald besonders hoch
Allein in einem Fall in einem Greifswalder Autohaus entstand im September 2025 ein Schaden von rund 140.000 Euro. Weitere Reifendiebstähle mit ähnlich hohen Schadenssummen hatte die Polizei 2025 auch im Oktober bei einem Autohaus in Anklam sowie im Dezember 2025 in Ribnitz-Damgarten und kurz davor aus Bad Sülze gemeldet.
Festnahme auf frischer Tat
Das Trio reiste immer mit zwei Mietfahrzeugen aus Polen nach Mecklenburg-Vorpommern ein. Die Beute brachten sie so schnell wie möglich in ihr Heimatland, wo die Kompletträder weiterverkauft wurden. Nach monatelanger Ermittlungsarbeit wurden die drei Beschuldigten im Januar 2026 nachts auf frischer Tat an einem Autohaus in Bergen auf der Insel Rügen gefasst. Das zuständige Amtsgericht erließ sofort Haftbefehle.
Die Ermittlungen wurden landesweit von der Kriminalpolizei in Anklam und der Staatsanwaltschaft Stralsund koordiniert. In Bergen kam auch ein Spezialeinsatzkommando der Polizei zum Einsatz.
Der Prozess beginnt am 21. September und soll bis Ende Oktober abgeschlossen werden. Die Beschuldigten, von denen der 37-Jährige und der 40-Jährige bereits einschlägig vorbestraft sind, müssen mit mehrjährigen Freiheitsstrafen rechnen.