Die ehemalige DDR-Insel Ostervilm im Greifswalder Bodden wurde für 60.000 Euro verkauft. Der neue Eigentümer, der österreichische Geschäftsmann Oliver Pesendorfer, will 999 Menschen an den Zukunftsplänen beteiligen. Die 700 Quadratmeter große Plattform diente einst der Volksmarine zum Entmagnetisieren von Schiffen.
Verkauf für 60.000 Euro
Anfang Juni ersteigerte Pesendorfer die Insel, ohne sie jemals persönlich gesehen zu haben und ohne einen genauen Plan, wie er dem Magazin Yacht.de in einem Interview verriet. Der Geschäftsmann ist Mitbegründer des Modulhaus-Herstellers McCube, der würfelförmige Wohnmodule produziert, die wie Lego gestapelt werden können.
Seine erste Idee war eine Eventlocation in 1-A-Lage aus seinen Würfel-Modulen. Diesen Plan musste er jedoch verwerfen, weil Behörden Bedenken wegen des Biosphärenreservats äußerten. Ein bis zwei Würfel-Häuser möchte er dennoch auf der Insel unterbringen.
Genossenschaft mit 999 Anteilen
Pesendorfer rechnet mit 1,5 Millionen Euro an weiteren Investitionskosten. Um diese Summe nicht allein zu stemmen, soll die Insel in eine Genossenschaft überführt werden. Interessierte können je 999 Anteile zu je 999 Euro kaufen und erhalten dadurch Stimmrechte zur Zukunft der Insel.
Ein Steg zum Anlegen von Booten ist fest geplant. Der nächste Hafen Lauterbach auf Rügen liegt etwa drei Seemeilen entfernt. Ob der Steg auch von Gastanliegern genutzt werden darf, ist noch nicht entschieden.
Sanierung noch ungeklärt
Die Plattform steht auf etwa 600 Baumstämmen in zehn Meter tiefem Wasser. Die Tragfähigkeit der Stämme und die Sanierung des bröckelnden Betonkranzes sind noch nicht abschließend geklärt. Ein Baustart ist daher noch völlig offen. Ob Eventlocation, Hotel, Chill-Area oder Werbeplattform – die Geschichte der DDR-Insel ist noch nicht zu Ende erzählt.