Lars Schwarz, langjähriger Chef des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) in Mecklenburg-Vorpommern, hat eine ernüchternde Bilanz der bisherigen Sommersaison gezogen. Zwar sei das erste Halbjahr „gut und solide“ gewesen, doch die Urlaubsgäste würden ihr Geld zusammenhalten und sich zunehmend selbst versorgen. Die Folge: Der Verpackungsmüll aus Supermärkten hat in dieser Saison deutlich zugenommen.
Gäste geben weniger aus
Im Gespräch mit dem Nordkurier erklärte Schwarz, dass die Umsätze im Gastgewerbe im Vergleich zum Vorjahr relativ stabil geblieben seien. „Die Zahl der Übernachtungen ist leicht angestiegen, allerdings hat im Gegenzug die Verweildauer der Gäste leicht abgenommen. Wir nehmen – gerade beispielsweise in der Landeshauptstadt Schwerin – vermehrt Tagesgäste wahr“, so der Dehoga-Chef. Da das Wetter relativ gut gewesen sei, sei der Zuspruch bei den Gästen „okay“ gewesen.
Doch die Zurückhaltung der Gäste sei deutlich spürbar: „In der Gastronomie beispielsweise halten sich Gäste enorm zurück, geben wenig Geld aus und versorgen sich lieber im Discounter selbst“, betonte Schwarz. Die nachlassende Kaufkraft sei in den Hotelzimmern und Ferienwohnungen sichtbar – der Umfang des Abfalls und des Verpackungsmülls aus Supermärkten habe stark zugenommen.
Betriebe am Rande der Existenz
Auch die Hotel- und Gaststättenbetriebe selbst stünden unter Druck. „Viele haben kaum noch Luft zum Atmen und stehen mit ihrer Liquidität am Rande der Existenz“, blickte Schwarz skeptisch auf die kommenden Wochen. Er hofft auf eine gute Nachsaison.