Wenn auf Schloss Bröllin das Detect Classic Festival stattfindet, herrscht in dem kleinen Dorf, das zur Gemeinde Fahrenwalde gehört, Ausnahmezustand – aber im positiven Sinne. Drei Tage lang wird das Gelände zum Treffpunkt für Menschen jeden Alters, die entspannt Musik aller Art erleben möchten. Schon bei der Ankunft wird nicht gehupt, selbst wenn es einmal länger dauert. Die Stimmung ist gelöst, die Besucher haben gute Laune und Zeit – genau das wünschen sich die Festivalmacher.
Ein Mikrokosmos aus Musik und Gemeinschaft
Auf dem weitläufigen Gelände bewegen sich Besucher vom Kleinkind bis zum Senior, darunter auch junge Eltern mit Babys, von einem Ort zum nächsten. Überall finden Aktivitäten statt: verweilen, tanzen, essen, trinken oder einfach Musik hören. „Es ist schon toll, was die jungen Leute hier auf die Beine gestellt haben“, sagt Dietmar Großer, Amtsvorsteher im Amt Uecker-Randow-Tal, der mit seiner Frau gekommen ist. Rund 200 freiwillige Helfer haben ein beachtliches Programm aufgebaut: verschiedene Bühnen, einen eigenen Kinderhafen sowie Stände für Essen und Trinken.
Musik verbindet alle Genres
Die Musik ist das verbindende Element des Festivals – vom klassischen Orchesterkonzert bis zu Ambient-Sounds ist alles vertreten. Auch wenn sich die Rhythmen beim Wandern über das Gelände mischen, wirkt das nicht störend, sondern gehört zum Konzept. Besondere Attraktionen wie „Omas gute Stube“, ein Sofa mit zwei bunt tapezierten Wänden mitten in der Natur, laden zum Chillen ein. Am Freitag startete zudem ein Heißluftballon unter dem Jubel der Teilnehmer in den Abendhimmel.
Junge Philharmonie als Highlight
„Wir stellen den Rahmen bereit, in dem sich junge Künstler verwirklichen und Freundeskreise über Jahre hinweg kultivieren können“, erklärt Festivalleiter Konstantin Udert. Unter den rund einhundert Programmpunkten ist die junge norddeutsche Philharmonie ein Höhepunkt. In der riesigen Scheune sitzen die Musiker im Kreis um Dirigentin und Flügel, während hunderte Zuhörer – viele davon vielleicht keine regelmäßigen Konzertbesucher – nach jedem Stück mit Pfiffen, Rufen und frenetischem Applaus reagieren.
Begeisterung für Klassik und Moderne
Das Konzert umfasst Werke von Anne Clyne und Nikolai Rimski-Korsakow sowie das Klavierkonzert in C von Leroy Anderson. Der junge Pianist Giorgi Gigashvili sorgt mit seinem energiegeladenen Spiel für Begeisterungsstürme, und auch Dirigentin Barbara Dragan sowie das Orchester werden gefeiert. Trotz der vollen Scheune herrscht ständige Bewegung, doch das stört die Musiker nicht.
Drei Tage voller Musik und Logistik
Nach dem Konzert ist es draußen dunkel, bunte Lichter und wummernde Bässe prägen das Bild. Der erste Festivaltag neigt sich dem Ende, doch gefeiert wird bis in die Nacht. Hinter Detect, das im Rahmen der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern stattfindet, steckt ein enormer logistischer Aufwand: Rund 200 Helfer und ebenso viele Künstler müssen versorgt und untergebracht werden. Dieser Einsatz hat sich gelohnt – das Festival bietet ein unvergessliches Erlebnis für alle Sinne.