Neustart des Fischmarkts in Altwarp: Weniger Besucher, aber zufriedene Händler
Fischmarkt Altwarp: Neustart mit zufriedenen Händlern

Beim wieder aufgelegten Fischmarkt in Altwarp blieb der ganz große Besucheransturm aus – dennoch zeigten sich Besucher, Händler und Veranstalter zufrieden. Bürgermeister Jan Herzfeld (parteilos) und Sven Köppert vom Tourismusverband Vorpommern hatten von vornherein nicht mit Tausenden Besuchern wie in Freest oder Greifswald/Wiek gerechnet. Das liege allein schon an der Dichte der Fischer, die in Freest und Wieck deutlich höher ist als in Altwarp.

Zufriedene Händler und Besucher trotz geringerem Andrang

Deswegen war ihnen auch klar, dass die Neuauflage in Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband nicht so groß werden kann wie an den anderen Orten. Dennoch waren Köppert und Herzfeld am Sonnabend ganz zufrieden mit dem Neustart. „Es sind noch etwas wenig Besucher. Aber der Parkplatz ist voll“, sagte der Touristik-Fachmann. Es seien schon Leute da, so der Bürgermeister. Durch Stände im ganzen Hafenbereich würden sie sich aber im Hafen verteilen. Er würde sich allerdings ein paar mehr Händler wünschen.

Auch wenn es nicht den ganz großen Besucherstrom gab, waren die Händler und auch Besucher dennoch zufrieden – vielleicht gerade deswegen, weil die Händler mehr Zeit für die Kunden hatten, wie man hörte. „Ich bin noch nie in Altwarp gewesen und bin positiv überrascht“, sagte Anna Kaiser am Stand der Brennerei Freudenfeuer aus Murchin. Die Gespräche mit den Gästen seien sehr angenehm gewesen. Sie lobte auch den Tourismusverband für die gute Internetwerbung.

Regionale Produkte und entspannte Atmosphäre

„Es ist hier noch naturbelassen und nicht so überlaufen“, sagte die Urlauberin Delia Markus. Deswegen komme sie immer wieder gern in die Region mit tollen Angeboten und regionalen Produkten. Auch der Berufsimker Georg Gerhardt aus Levenhagen freute sich über die ruhige und entspannte Atmosphäre in Altwarp, die er gut für die Kundenakquise nutzen konnte.

Zufrieden waren auch Edelgard Seidel und Ursula Höckendorf, die mit sechs weiteren Frauen die „Strickliesel“ sind und jeden Sonnabend und Sonntag in der Urlaubszeit ihre Strickwaren anbieten. Anne Stoffregen, die am Stand von Haff & Heide Selbstgebasteltes verkaufte, war ganz zufrieden. Ihr würde vielleicht noch ein bisschen maritime Musik, vielleicht vom Akkordeon, fehlen. Auch die Gaststätte Haffküste hatte gut zu tun, so Inhaberin Doreen Bassow. Sie habe nicht mit so viel Gästen gerechnet.

Fischer dürfen derzeit nicht hinausfahren und Baustellen für das nächste Jahr

Dennoch gibt es einige Baustellen, die bei der Planung im kommenden Jahr angepackt werden müssen, erläuterten der Bürgermeister und der Touristik-Fachmann. Denn in diesem Jahr sei es noch nicht gelungen, die drei Fischer in Altwarp einzubeziehen. „Ich habe mit ihnen gesprochen. Sie haben jetzt Liegezeiten“, sagte Sven Köppert. Deswegen dürften sie auch nicht zum Fischen herausfahren und könnten auch keinen fangfrischen Fisch zum Verkauf anbieten. Einige hätten auch Urlaub.

Mit der Fischräucherei habe es in diesem Jahr noch nicht geklappt. An der Gaststätte und beim Imbiss gab es dafür eine große Nachfrage nach Fischspezialitäten. Bei der Werbung mit Werbebannern und Flyern müsse man sich verbessern. Weil auch Standbetreiber wegen der Mela abgesagt hatten, schlug Sven Köppert vor, den Altwarper Fischmarkt um eine Woche vorzuverlegen. Und auch Boote für Ausfahrten haben beide auf der Wunschliste für 2027.

Gemeinde steuert 1000 Euro bei und will den Fischmarkt fortführen

Für den Tourismusverband Vorpommern stehe aber fest, dass der Fischmarkt im Dorf weitergeführt und weiter aufgebaut werden soll. Die Gemeinde steuere 1000 Euro bei. Der Rest finanziere sich neben der Man-Power über die Stände. Die äußere Organisation mit Werbung liege beim Tourismusverband, so Köppert. Die innere Organisation sei in den Händen der Gemeinde.

Die Gemeinde ist seit diesem Jahr Mitglied im Tourismusverband Vorpommern. Deswegen kam es zur Neuauflage des Vorpommern-Fischmarkts wie in Freest und Wieck, der erstmals 2018 durchgeführt worden war. Die Gemeinde hatte es danach noch einmal allein versucht, hatte aber alle Kosten selbst tragen müssen, sodass es dann keinen weiteren Fischmarkt mehr gab.