Verborgene Inseln im Norden: 15 Geheimtipps abseits von Sylt und Rügen
Verborgene Inseln: 15 Geheimtipps im Norden

Zwischen Wattenmeer und Ostsee verstecken sich Inseln, die mit dem Massentourismus auf Sylt und Rügen wenig gemein haben. Fünfzehn dieser abgeschiedenen Orte werden hier vorgestellt – von der winzigen Hallig bis zur Forschungsinsel im Greifswalder Bodden.

Halligen und Watteninseln: Hamburgs Außenposten

Hamburger Hallig

Die Hamburger Hallig gehört zu den kleinsten bewohnten Halligen Deutschlands. Besucher erreichen sie nur zu Fuß durch das Watt oder per Boot. Charakteristisch sind die Warften – künstliche Erhöhungen, auf denen Häuser und Scheunen vor dem Wasser Schutz finden. Weitläufiges Land und ein weiter Himmel prägen das Bild.

Scharhörn

Scharhörn liegt als Düneninsel mehr als hundert Kilometer vom Hamburger Stadtzentrum entfernt im Wattenmeer, gehört aber administrativ zu Hamburg. Jährlich rasten Zehntausende Zugvögel auf der Insel. Betreten darf sie niemand, außer den Wissenschaftlern der Vogelwarte.

Nigehörn

Nigehörn wurde erst in den 1980er-Jahren künstlich durch Sandaufspülung angelegt, um der erodierten Küste entgegenzuwirken. Was einst ein Ingenieursprojekt war, ist heute ein streng geschütztes Naturschutzgebiet. Brandseeschwalben brüten hier, und am Spülsaum gedeihen Pflanzen wie die Strandmelde.

Neuwerk

Auf Neuwerk leben knapp 40 Menschen. Der Wehrturm aus dem 14. Jahrhundert zählt zu den ältesten erhaltenen Bauwerken Hamburgs. Erreichbar ist die Insel per Wattwanderung oder mit dem Pferdewagen von Cuxhaven. Zusammen mit den unbewohnten Nachbarinseln Scharhörn und Nigehörn gehört Neuwerk zum Hamburger Wattenmeer-Schutzgebiet.

Vogelsand

Vogelsand ist keine Insel im klassischen Sinne, sondern eine Sandbank in der Außenelbe. Sie taucht je nach Tide auf und verschwindet wieder. Administrativ gehört sie zu Hamburg. Wer mit dem Schiff vorbeifährt, kann Dutzende Robben beobachten, die in der Sonne dösen.

Flussinseln zwischen Elbe und Weser

Krautsand

Die Elbinsel Krautsand im Landkreis Stade ist per Fähre erreichbar. Rund 500 Menschen leben hier hinter den Elbdeichen, umgeben von Obstplantagen. Im Frühjahr blühen die Bäume, im Herbst werden Äpfel und Birnen geerntet.

Lühesand

Lühesand liegt in der Unterelbe zwischen Stade und Hamburg. Einst wurde hier Obst angebaut, heute säumen Pappeln und Weidenbüsche das Ufer, Graureiher stehen im Schilf. Die Insel ist mit dem Fährboot und dem Fahrrad erreichbar und an Wochentagen nahezu menschenleer – ein Ausflugsziel für alle, die Stille suchen.

Harriersand

Gegenüber der Stadt Brake liegt Deutschlands größte Flussinsel. Der Harriersand ist elf Kilometer lang und verfügt über einen Sandstrand sowie Reit- und Radwanderwege. Erreichbar ist die Insel über eine kleine Brücke vom Festland an der östlichen Weserseite oder mit der Fähre „MS Guntsiet“. Übernachtungen sind auf dem Campingplatz, in einer Ferienwohnung oder auf dem Bauernhof möglich.

Inseln, die die Natur zurückerobert hat

Mellum

Mellum liegt weit vor der niedersächsischen Küste in der Außenweser – ohne reguläre Fähre und ohne Infrastruktur. Die Insel entstand erst um 1900 durch Sandablagerungen. Versuche, sie landwirtschaftlich zu nutzen, scheiterten am Meer. Heute ist Mellum eine von drei unbewohnten Inseln im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Lachmöwen, Brandseeschwalben und Austernfischer brüten dort in riesigen Kolonien.

Bant

Bant war einst eine eigenständige Insel vor der niedersächsischen Küste. Sie wurde im 8. Jahrhundert erstmals erwähnt und soll etwa 1780 untergegangen sein. Sie soll einst von Borkum bis Norderney gereicht haben.

Versteckte Eilande im Greifswalder Bodden

Ruden

Der Ruden liegt im Greifswalder Bodden vor der Nordküste Usedoms. Die Insel diente früher als Lotseninsel, später als Zollstation der DDR. Nach der Wende verfiel die Infrastruktur und die Natur kehrte zurück. Heute leben Kraniche, Kormorane und Seeadler auf der Insel.

Riems

Riems ist kaum einen Kilometer lang, flach und grün – doch hinter den Zäunen arbeitet das Friedrich-Loeffler-Institut in Hochsicherheitslaboren an gefährlichen Tierseuchen. Die Insellage bietet natürlichen Schutz vor unkontrollierter Ausbreitung. Für die Öffentlichkeit bleibt Riems gesperrt.

Ostervilm

Ostervilm ist so klein, dass sie selbst auf regionalen Karten oft fehlt. Das unbewohnte Eiland im Greifswalder Bodden war einst eine Militärstation. Heute brüten dort Kormorane und Graureiher. Die Insel darf nicht betreten werden; wer sie per Boot umrundet, erlebt nur die Rufe der Vögel.

Greifswalder Oie

Mitten in der Ostsee zwischen Rügen und Usedom überragt ein markanter Leuchtturm die flache Insel Greifswalder Oie. Die Insel teilen sich Seenotretter mit einem Vogelschutzverein, der dort eine Vogelwarte betreibt. Sie ist per Boot von Greifswald erreichbar, doch in der Sommersaison kommen nur wenige Touristen.

Eine Insel in der Antarktis

Bremeninsel

Die Bremeninsel liegt Tausende Kilometer entfernt im Palmer-Archipel. Passagiere und Besatzung des Expeditionsschiffes „Bremen“ entdeckten am 2. Februar 2003 einen bis dato unbekannten Kanal und eine Insel in der Antarktis. Sie durchfuhren den Kanal mit Schlauchbooten und erhielten als Entdecker das Recht zur Namensgebung. Die unbewohnte Insel ist etwa einen Quadratkilometer groß und fast komplett mit Eis bedeckt. Sie zählt zu den Melchior-Inseln.