Zitterpappel ist Baum des Jahres 2026 in Vorpommern
Zitterpappel ist Baum des Jahres 2026

Die Zitterpappel, auch als Espe bekannt, ist vom Kuratorium der Dr. Silvius Wodarz zum „Baum des Jahres 2026“ gekürt worden. Die Auszeichnung geht auf eine Initiative zurück, die 1989 ins Leben gerufen wurde; damals war die Stieleiche der erste gekürte Vertreter. Silvius Wodarz (1930 bis 2018), Namensgeber des Kuratoriums, war ein engagierter Forstbeamter.

Fachbeirat entscheidet über die Wahl

Die Wahl erfolgt nicht durch öffentliche Abstimmung, sondern basiert auf Vorschlägen und Beschlüssen des Fachbeirats. Dem Kuratorium gehören mehr als 30 Umweltorganisationen, Verbände und Forschungseinrichtungen an, darunter die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Ziel der jährlichen Auszeichnung ist es, auf die ökologische, kulturelle und forstwirtschaftliche Bedeutung heimischer Baumarten aufmerksam zu machen.

Die Zitterpappel wurde wegen ihrer enormen Anpassungsfähigkeit an den Klimawandel und ihrer Wichtigkeit für die Artenvielfalt als Lebensraum für Insekten und Vögel ausgewählt. In Vorpommern-Greifswald kommt sie häufig vor, oft in Feuchtwäldern, Flusslandschaften und mitten in den Wiesen an der Randow und der Uecker. Der rasch wachsende Laubbaum ist widerstandsfähig gegen Trockenheit und kann als Pionierbaumart Trockenrasenhänge, beispielsweise im Alten Lager bei Menzlin und an den Ueckerrändern bei Hammer, überwuchern. Damit vernichtet er den Lebensraum der Kartäusernelke und der Sandstrohblume.

Symbolik und weitere gekürte Pflanzen

Der Baum aus der Familie der Weidengewächse trägt eine reiche Symbolik, die in vielen Kulturen auf Verwandlung und Erneuerung hinweist. Das ständige Zittern und Rascheln der Blätter wurde als Zeichen für Veränderung und das ständige Fließen des Lebens gedeutet. Daraus entstand die Redewendung „Zittern wie Espenlaub“.

Die von der Loki Schmidt Stiftung gekürte „Blume des Jahres 2026“ ist der Feldrittersporn. Die einjährige Pflanze mit blau-violetten Blüten steht in Deutschland auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Sie wächst bevorzugt auf sonnigen, kalkhaltigen Getreideäckern und Wegrändern, etwa bei Wahlendow, Wusseken und im Penkuner Umland. Infolge moderner, intensiver Landwirtschaft und des Einsatzes von Herbiziden ist die einstige Begleitpflanze stark zurückgedrängt worden, in einigen Regionen gilt sie als ausgestorben. Eine Alternative ist der Bio-Getreideanbau, wo Rückzugsräume geschaffen werden.

Zum „Wildpflanze des Jahres 2026“ wurde vom Ökoanbauverband Bioland gemeinsam mit der Umwelt- und Naturschutzorganisation NaturGarten der blaue Natternkopf gekürt. Das Raublattgewächs von bis zu einem Meter Höhe bildet im ersten Jahr eine flache Blattrosette, im zweiten Jahr treibt es den aufrechten Stängel. Vom Frühsommer bis in den Herbst ist der Natternkopf ein häufiger Trockenrasenblüher, manchmal in großen Beständen von bis zu zwei Hektar, so zwischen Koblentz und Rothenklempenow sowie bei Demmin. Der Name beschreibt die auffällige Form der Blüten: Die Staubgefäße und der Griffel ragen heraus und erinnern an den Kopf einer Natter. Volkstümlich wird er auch stolzer Heinrich, Himmelbrand und Starrer Hansi genannt.

Heilpflanze des Jahres

Die „Heilpflanze des Jahres 2026“ ist die Gemeine Nachtkerze, ein Neubürger aus Nordamerika, gekürt vom Naturheilverein NHV Theophrastus. Sie blüht an vielen Trockenrasenstandorten, selbst an den Steilhängen der Ostseeküste am Streckelsberg. Nachtkerzenöl hilft bei trockener Haut, Juckreiz und Neurodermitis. Im Herbst kann man reife Samen sammeln und mit kleinen Haushaltspressen zerquetschen. Nach Zugabe von Olivenöl wird die Mischung in ein Glas gefüllt; nach zwei Wochen kann man entzündete Haut behandeln. Die Gemeine Nachtkerze besitzt keinen besonderen Schutzstatus.

Wer die Natur erleben und Stress abbauen möchte, kann an einer geführten Naturwanderung teilnehmen. Anmeldung unter 015156074311.