Asbest im Friedländer Volkshaus: Sanierung erst nach Schadstoffbeseitigung
Asbest im Friedländer Volkshaus: Sanierung erst nach Beseitigung

Bevor die lang geplante Sanierung des Friedländer Volkshauses beginnen kann, muss Asbest entfernt werden. Die Stadtvertreter haben bei ihrer jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen, den 163.000 Euro teuren Auftrag auszuschreiben und mangels geeigneter Fördertöpfe aus der Stadtkasse zu bezahlen.

Asbestbaustelle wird eingerichtet

Bei „vertiefenden Untersuchungen“ seien Schadstoffe festgestellt worden, heißt es in der Beschlussvorlage aus dem Bauamt. Daher müsse zunächst eine sogenannte Asbestbaustelle eingerichtet werden. Dazu gehören Raumgerüste, Sicherheitsschleusen, Unterdruckanlagen, der Schutz sämtlicher Flächen, spezielle Lüftungs- und Sanitäreinrichtungen und eine anschließende Grundreinigung.

Parallel zur Schadstoffbeseitigung sollen im Saal die Elektroanlagen von der Decke abgebaut und diese gegebenenfalls neu gestrichen werden. Im Wintergarten mit Bühnennebenraum und Küchenbereich müssen Rollgerüste aufgestellt werden, Elektronik ist ebenfalls zu demontieren. Die Decken dort sollen einschließlich aller Anbauten bis auf die tragende Dachkonstruktion abgerissen werden. Gleiches ist für die Akustikdecke im Foyer vorgesehen.

Weitere Rückbauarbeiten gesondert ausgeschrieben

Weitere Rückbauarbeiten, die nicht direkt mit der Schadstoffsanierung in Zusammenhang stehen, werden gesondert ausgeschrieben.

Asbest ist in bestehenden Gebäuden nach Auskunft der Verbraucherzentrale noch weit verbreitet. Asbestfasern können nur dann Krebs auslösen, wenn sie eingeatmet werden. Durch Renovierungs- und Sanierungsarbeiten können ursprünglich fest im Material gebundene Fasern freigesetzt und zur Gefahr werden. Die meisten Berufskrankheiten mit Todesfolge werden laut Verbraucherschützern noch heute durch Asbest verursacht.

Sanierung immer wieder verschoben

Ursprünglich hatte die Erneuerung des Veranstaltungszentrums bereits 2024 beginnen und Mitte 2026 abgeschlossen werden sollen. Jetzt ist die Wiedereröffnung für Anfang 2028 anvisiert. Geschlossen bleibt das Gebäude ab dem 1. Oktober.

Mit der Zeit stiegen auch die Kosten, die inzwischen bei rund 8 Millionen Euro liegen – zu viel für die Kleinstadt. Darum sollen nun erst einmal für rund 3 Millionen Euro nur Technik, Heizung und Decken erneuert werden, ebenso die Sanitärbereiche und die Künstlergarderoben.

Bevor im Oktober erste Arbeiten beginnen, finden noch ein paar Veranstaltungen statt, darunter ein Empfang des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte am 4. September mit Auszeichnung verdienstvoller Bürger.