Die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern stehen unmittelbar bevor. In einer aufgeheizten Stimmung haben Spekulationen, Gerüchte und Halbwahrheiten Hochkonjunktur. Jede Partei versucht, mit allen Mitteln zusätzliche Wählerstimmen zu gewinnen.
Streit um die Briefwahl
In Magdeburg wurden durch eine Panne versehentlich 440 Briefwahlunterlagen doppelt gedruckt und versendet. Die AfD, die bei Briefwahlen bisher unterdurchschnittlich abschneidet, reagierte alarmiert. CDU-Ministerpräsident Sven Schulze, der wenige Tage vor der Wahl 20 Prozentpunkte hinter der AfD liegt, setzt dagegen auf die Briefwähler und sprach von „Riesenanmeldungen für die Briefwahl“.
Bei der Bundestagswahl 2025 schnitten die Grünen bei den Briefwählern etwas besser ab als an der Wahlurne. Auch CDU und SPD hatten leichte Vorteile, während die AfD deutlich hinter ihrem Urnenergebnis lag. AfD-Chef Chrupalla behauptete im Sommerinterview, bei Pflegeheimbewohnern werde „der Stift quasi geführt“.
Fahrdienste und Wahlhilfe
Seit Jahrzehnten bieten Parteien in Deutschland Fahrdienste zu den Wahllokalen an. In Mecklenburg-Vorpommern schickt die SPD ihre Landtagsabgeordneten in Awo-Altenheime, um den Bewohnern die Wahlzettel zu erklären. Ähnliches praktizieren die CDU bei diakonischen Einrichtungen und die Linken bei der Volkssolidarität.
Zweifel an der Fairness
Wahlkämpfe laufen nicht immer fair ab. Der Staat muss dafür sorgen, dass am Wahltag alles rechtens zugeht. Bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl fehlten vor wenigen Jahren tausende Wahlzettel, was die Glaubwürdigkeit des Staates beschädigte. Die Wiederholung der Wahl glättete die Spuren, doch ein Einspruch des BSW gegen die Bundestagswahl 2025 ist noch nicht abschließend entschieden.