Historisches Krankenhaus Altentreptow: Verfall schreitet voran
Historisches Krankenhaus Altentreptow verfällt

Das frühere Krankenhaus in der Bahnhofstraße 15 in Altentreptow verfällt immer mehr. Der Kultur- und Heimatverein setzt sich für den Erhalt des historischen Gebäudes ein. Ein Käufer könnte das Haus für einen Euro erwerben, müsste jedoch hohe Kosten tragen.

Einst Bahnhofshotel, dann Krankenhaus

Das Gebäude wurde vor dem Jahr 1900 als Bahnhofshotel errichtet. 1945 ordnete die sowjetische Kommandantur den Umbau zu einem Krankenhaus an, wie Detlef Klage vom Kultur- und Heimatverein berichtet. Der neoklassizistische Bau war jedoch auch ein Kulturzentrum mit Saal und Bühne, auf der Laiendarsteller Stücke aufführten.

1943 endete die Hotelnutzung nach mehreren Besitzerwechseln. Bereits 1944 sollte der Bau als Behelfskrankenhaus dienen. Wolfgang Höhne erklärt, dass damals auch andere Behelfslazarette existierten, etwa die Rote Schule in der Schulstraße. Wände und Decken wurden herausgerissen, um Zimmer für vier bis acht Patienten zu schaffen.

Vom Krankenhaus zum verlassenen Gebäude

1976 wurde das „Haus II“ übergeben, es folgten Um- und Anbauten sowie ein Fahrstuhleinbau. 1981 wurde der Komplex zum Kreiskrankenhaus erhoben, 1982 entstand ein modernes Bettenhaus. Nach der Wende kam ein neuer OP-Trakt hinzu. Im April 2002 wurde das Krankenhaus am Klosterberg eröffnet, das alte Haus wurde aufgegeben.

Der Landkreis hatte keinen Plan für die weitere Nutzung. 2015 wurde das Gebäude verkauft, drei Jahre später folgte die Zwangsversteigerung. Der jetzige Besitzer sucht wiederum einen Käufer, wie Detlef Klage gehört hat.

Hohe Grundbuchlasten trotz geringem Kaufpreis

Altentreptows Bürgermeisterin Claudia Ellgoth bestätigt, dass der Kaufpreis bei einem Euro liegen könnte. „Entscheidend ist dabei nicht, wie viel man an den Verkäufer zahlt, sondern das Haus ist im Grundbuch sehr hoch belastet. Dabei handelt es sich wohl auch um hohe Steuerschulden. Ich glaube nicht, dass das Finanzamt darauf verzichten wird.“

Ein Anwohner kritisiert, dass das Gebäude durch rechte Jugendliche zerstört werde. Dachfenster seien eingeschlagen worden, wodurch Nässe die Bausubstanz angreife. Die Stadt hat ein Metallblech vor eine Glaseingangstür geschraubt, um Eindringlinge fernzuhalten.

Marina Höhne vom Heimatverein hält eine Nutzung etwa als Mehrgenerationenhaus oder betreutes Wohnen für vorstellbar. Doch der historische Altbau geht weiter einem ruinösen Zustand entgegen.