Jahresempfang in Anklam: Entscheidung könnte am Montag fallen
Jahresempfang: Entscheidung am Montag?

Die Zukunft des Anklamer Jahresempfangs bleibt ungewiss. Nachdem die Stadtvertretung die Veranstaltung für 2026 gestrichen hatte, legte der Bürgermeister Widerspruch ein. Eine außerplanmäßige Sitzung am Montag soll nun Klarheit bringen – möglicherweise reichen dafür schon drei Stimmen.

Stadtvertretung stimmte gegen Jahresempfang

Die Stadtvertretung hatte den Jahresempfang, der Anfang Oktober stattfinden und für geladene Gäste das gesellschaftliche Ereignis der Stadt sein soll, für 2026 gestrichen. Die Begründung: kein Geld, keine Party. Die Kosten für den Empfang werden auf rund 30.000 Euro beziffert. Der Bürgermeister hatte angekündigt, 20.000 bis 25.000 Euro als Spenden einzuwerben. Der verbleibende Eigenanteil der Stadt wurde auf 3500 Euro reduziert, damit der „Vorpommernfonds“ einmalig einspringen kann, um die Veranstaltung für die Stadt kostenneutral zu machen.

Bürgermeister will Nein nicht akzeptieren

Gegen die Ablehnung legte der Bürgermeister Widerspruch ein, um „Schaden von der Stadt abzuwenden“, den er vor allem im gesellschaftlichen Miteinander und als Imageschaden sieht. Über diese Wendung sollte am Montag erneut beraten und abgestimmt werden. Doch wie schon bei der Sondersitzung zum Hansefest war die Runde nicht beschlussfähig: Nur sieben von 22 Stadtvertretern waren erschienen.

Die geringe Teilnahme zeichnete sich erst am Sitzungstag durch zumeist telefonische Absagen ab, wie Galander erklärte. Bis dahin sei man von einer knappen Anwesenheit ausgegangen, die eine Beschlusslage ermöglicht hätte. Nun stellt sich die Frage, wie es mit dem Jahresempfang weitergeht – die Sondersitzung war wegen der drängenden Planung des nahenden Events einberufen worden.

Drei Stimmen könnten jetzt ausreichen

Die Stadtverwaltung hat sich dazu im Kommunalrecht belesen. Bereits am Montagabend hat der Bürgermeister dem Bürgervorsteher Andreas Brüsch die schriftliche Aufforderung zur Einberufung der nächsten außerplanmäßigen Stadtvertretung mit verkürzter Ladungsfrist übergeben. Diese soll am kommenden Montag um 17 Uhr stattfinden. Dann würde es ausreichen, wenn nur drei anwesende Stadtvertreter über den Widerspruch und die Beschlussvorlage abstimmen, so Galander. Er gehe jedoch davon aus, dass wieder mehr Stadtvertreter erscheinen und eine reguläre Abstimmung möglich wird.

Präsidium kann ersetzt werden

Nach der Ankündigung von Bürgervorsteher Andreas Brüsch, am kommenden Montag wegen beruflicher und privater Verpflichtungen nicht erneut im gotischen Giebelhaus zu erscheinen, gab der Bürgermeister eine weitere Lektion aus dem Kommunalrecht: Auch ein fehlendes Präsidium würde die Sitzung nicht verhindern. Sie würde vom ältesten Stadtvertreter eröffnet, der einen Sitzungsleiter vorschlagen kann, der dann von den Stadtvertretern bestätigt werden muss.

Eine Entscheidung zum Jahresempfang sei in der folgenden Sitzung also definitiv zu erwarten. Einer fehlt dann jedoch sicher: Der Bürgermeister befindet sich im Urlaub.