Miraß: Grenze soll im Alltag nicht mehr spürbar sein
Miraß: Grenze soll im Alltag nicht mehr spürbar sein

Parlamentarischer Staatssekretär Heiko Miraß (SPD) setzt sich dafür ein, dass die deutsch-polnische Grenze im Alltag kaum noch wahrgenommen wird. Im Interview betont er die wachsende wirtschaftliche Bedeutung Polens für Mecklenburg-Vorpommern und fordert mehr Investitionen in die Schieneninfrastruktur sowie den Ausbau von Sprachkursen.

Wirtschaft und Grenzlage als Vorteil

Polen sei inzwischen einer der wichtigsten Handelspartner des Landes, so Miraß. Die Grenzregion profitiere zunehmend von der wirtschaftlichen Entwicklung. Als Beispiel nennt er den Schuhhersteller Birkenstock in Pasewalk, wo rund 1.000 Menschen arbeiten, mehr als die Hälfte pendelt täglich aus Polen ein.

Der Staatssekretär sieht noch ungenutzte Potenziale im Tourismus. Gerade im Grenzraum könnten Angebote besser miteinander verbunden werden, etwa beim Radtourismus.

Grenzkontrollen und Alltag

Die Kontrollen an der Grenze seien in der Region bislang ohne größere Behinderungen geblieben. Probleme wie ein nicht gelisteter Radfahrerübergang konnten dank enger Behördenkontakte schnell gelöst werden. Miraß wünscht sich grundsätzlich, dass Grenzen im Alltag möglichst nicht mehr spürbar sind.

Infrastrukturprojekte

Priorität habe der Ausbau der Bahnstrecken, insbesondere zwischen Pasewalk und Stettin sowie die Vorpommern-Magistrale. Auch die geplante Westumfahrung Stettins werde genau beobachtet, um Auswirkungen auf Straßen in Mecklenburg-Vorpommern frühzeitig zu planen.

Energie und gemeinsame Planung

Bei den erneuerbaren Energien gehe es darum, Wertschöpfung in der Region zu halten. Die Regionalplaner beider Seiten stünden in regelmäßigem Austausch, um Entwicklungen abzustimmen.

Sprache und Geschichte

Miraß bedauert, dass nur wenige Deutsche Polnisch lernen. Er setzt auf persönliche Begegnungen, um das Interesse zu fördern. Seine eigene Verbundenheit zu Polen begründet er mit Erlebnissen von 1987 in Stettin und der späteren Bürgerbewegung in Leipzig. Geschichte spiele in Polen eine große Rolle, deshalb sei ehrlicher Respekt wichtig.

Als Ziele für die kommende Legislatur nennt er die Stärkung der Nachbarsprache, Investitionen in die Schiene und die Förderung von Begegnungen zwischen den Menschen.