Nach Bekanntwerden eines vereinsinternen Kinderschutzfalls beim 1. FC Neubrandenburg 04 hat der Landessportbund Mecklenburg-Vorpommern (LSB) das Vorgehen des Vereins ausdrücklich gelobt. Der Verband bescheinigt dem größten Fußballverein der Vier-Tore-Stadt ein professionelles und verantwortungsbewusstes Handeln.
Verschärfte Regeln nach Vorwürfen
Ende Juni hatte der FCN seine Mitglieder in einem mehrseitigen Schreiben über verschärfte Kinderschutzregeln informiert. Auslöser war nach Vereinsangaben ein Jugendtrainer, der von seinen Aufgaben entbunden worden war. Es ging um einen „fehlerbehafteten Umgang im Medienverhalten mit Jugendlichen“. Eine Strafanzeige wurde nicht gestellt.
Der Verein kündigte ein umfangreiches Maßnahmenpaket an: verpflichtende jährliche Kinderschutz-Schulungen für Trainer und Betreuer, verbindliche Verhaltensregeln, neue Meldewege per QR-Code sowie regelmäßige Überprüfungen erweiterter Führungszeugnisse. Persönliche Chats zwischen Trainern und Kindern sollen künftig vermieden werden.
LSB war direkt eingebunden
Der Landessportbund teilte dem Nordkurier mit, dass ihm die schriftliche Stellungnahme des Vereins vorliege. Anders als in vergleichbaren Fällen war der LSB nicht nur beratend tätig, sondern wegen eines Beschäftigungsverhältnisses innerhalb einer Tochtergesellschaft auch unmittelbar eingebunden. Die fachliche Zuständigkeit liegt beim Landesfußballverband.
Zum konkreten Sachverhalt äußerte sich der LSB wegen datenschutz- und arbeitsrechtlicher Vorgaben nicht. Das Vorgehen des Vereins bewertete er jedoch positiv: Der FCN habe frühzeitig eine erfahrene Kinderschutzfachkraft eingeschaltet, den Sachverhalt sorgfältig prüfen lassen und den LSB einbezogen. Wörtlich erklärte der Verband, der Verein habe „professionell und verantwortungsbewusst“ gehandelt.
Unterstützung zugesagt
Zu einer abschließenden Entscheidung äußerte sich der LSB nicht, verwies aber auf Abstimmungen zwischen den beteiligten Stellen. Der Verband kündigte an, den Verein auch künftig bei der Umsetzung seines Kinderschutzkonzepts zu unterstützen.
Mit den Maßnahmen reagierte der FCN nicht nur auf den Einzelfall, sondern verschärfte seine Standards im gesamten Nachwuchsbereich. Die neuen Regeln sollen allen Beteiligten mehr Sicherheit geben und den Kinder- und Jugendschutz dauerhaft stärken.