Sandra Nachtweih ist neue Vizebürgermeisterin von Prenzlau
Nachtweih neue Vizebürgermeisterin von Prenzlau

Sieben Bewerber gab es, eine hat sich durchgesetzt: Sandra Nachtweih (CDU) ist seit dem 5. August 2026 Erste Beigeordnete der Stadt Prenzlau und Stellvertreterin des Bürgermeisters Marek Wöller-Beetz (ebenfalls CDU). Dass die Vorpommerin und ehemalige Pasewalker Bürgermeisterin seine Wunschkandidatin sei, daraus hat das Stadtoberhaupt in der Vergangenheit keinen Hehl gemacht. Im gemeinsamen Gespräch mit ihrem neuen Chef und dem Uckermark Kurier hat die stellvertretende Bürgermeisterin von Prenzlau über Herausforderungen und Ziele im neuen Amt gesprochen.

Werdegang und Verbundenheit mit der Region

Dieser Werdegang erklärt zugleich, warum Nachtweih die erforderliche Verbundenheit mit der Region in das Amt einbringt: Die zweifache Mutter lebt zwischen Pasewalk und dem uckermärkischen Brüssow. Sie wurde 1975 in Guben geboren und studierte in den 1990er-Jahren an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Brandenburg in Bernau. Vor ihrer Wahl zur Bürgermeisterin im Jahr 2014 arbeitete sie als Angestellte im Landkreis Spree-Neiße und als Leiterin des Fachbereichs Firmenkunden bei der Sparkasse Uecker-Randow. Sie übte das Amt der Bürgermeisterin acht Jahre lang aus.

Auf gleicher Wellenlänge

Seine Stellvertreterin kennt Wöller-Beetz schon lange. Als Erster Beigeordneter seines Vorgängers Hendrik Sommer (parteilos) habe er regelmäßig mit der Pasewalker Bürgermeisterin zusammengearbeitet, nicht nur bei Neujahrsempfängen. Dabei habe Wöller-Beetz festgestellt, „dass sie auf der gleichen Wellenlänge“ seien. Wie Nachtweih sei er ebenfalls ein „Sparkassenkind“. Wöller-Beetz hat eine Ausbildung bei der Sparkasse Uckermark unter dem damaligen Vorstandsvorsitzenden Uwe Schmidt absolviert.

Neue Vizeverwaltungschefin steht in den Startlöchern

Als Vizeverwaltungschefin wird sie für die Bereiche Ordnungsamt, Feuerwehr, Bau- und Planungsamt, Liegenschaften, Stadtforst und Kämmerei verantwortlich sein. „Ich bin ein Fan davon, erst einmal alles kennenzulernen, in die Prozesse hereinzukommen, bevor man mit vorgefertigten Mustern in die Sache hereingeht“, sagt die neue Erste Beigeordnete im Gespräch mit der Redaktion. Anschließend gehe es dann um Handfestes: Straßennamen, Bauvorhaben, Fördermittel. Im Gespräch gibt sich die neue Stellvertreterin des Bürgermeisters energisch: „Ich komme in eine funktionierende Verwaltung rein, die gut läuft, wo der Wille der Bürger da ist, die Stadt positiv zu verändern.“ Positiv überrascht zeigte sie sich über das große ehrenamtliche Engagement in der Stadt, verrät die Politikerin im Gespräch.

Viele Jahre Erfahrung als Bürgermeisterin

„Ich habe eine sehr gute Beigeordnete gefunden, die hochmotiviert an die Sache rangeht“, erklärt Wöller-Beetz. Zwar habe es sieben Bewerber gegeben, aber nur zwei hätten die in der Stellenausschreibung geforderte Laufbahnbefähigung für den gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst, sprich: ein Verwaltungsstudium, gehabt. Der Bürgermeister entschied sich für Sandra Nachtweih, schließlich liege das Vorschlagsrecht beim Stadtoberhaupt. Nicht nur bringe Nachtweih die benötigte Laufbahnbefähigung mit, betont der Bürgermeister, sondern auch die für den Job benötigte Erfahrung; schließlich habe sie viele Jahre als Bürgermeisterin gearbeitet.

Bauamtsleiterin wollte auch den Job

Tatsächlich hat sich die Prenzlauer Bauamtsleiterin Christin Walther ebenfalls auf die Position beworben. „Das Verwaltungsstudium fehlte Frau Walther aber“, so das Stadtoberhaupt. Er habe dann ein Gespräch mit ihr geführt, in dem er sagte, dass er sie eben nicht als die für ihn geeignete Person sehe. Die Bauamtsleiterin sah das anders und zog den Rechtsweg nach dem Verwaltungsaktverfahren in Betracht, das eine praktische Überprüfung der Bewerbungs- und Ausschreibungsunterlagen vorsieht. Die Klage wurde abgewiesen. Da das Verfahren aber zwei Monate dauerte, startet Nachtweih daher nicht im Juni, sondern im August in den neuen Job.

Als Vizeverwaltungschefin untersteht Nachtweih auch das Bau- und Planungsamt; sie ist also Bauamtsleiterin Christin Walthers direkte Vorgesetzte. Ist das Vertrauensverhältnis in Anbetracht Walthers Klage intakt? Nachtweih: „Die Klage ist ihr gutes Recht und hat mit mir persönlich nichts zu tun.“ Damit gehe sie professionell um.