Der Neubrandenburger Tierschutzverein steht kurz vor dem finanziellen Aus. „Die Lage ist dramatisch“, sagt Kurt Kadow, der Vorstandsvorsitzende des Vereins. Er sieht den Verein in einer schweren Krise, wie er gegenüber der Redaktion erklärt.
Hohe Tierarztkosten und mehr Kastrationen
Allein im vergangenen Jahr musste der Verein Tierarztkosten von rund 44.000 Euro stemmen. Ein wesentlicher Kostentreiber sind die Kastrationen freilebender Katzen. Die Zahl der Eingriffe ist deutlich gestiegen: Waren es 2021 noch 130, so stieg die Zahl bis 2025 auf 310. Auch in diesem Jahr mussten bereits fast 200 Katzen kastriert werden. Eine Kastration kostet einen niedrigen dreistelligen Betrag.
Während die Zusammenarbeit mit den Ämtern in Woldegk und Friedland „wunderbar“ funktioniert und Rechnungen zuverlässig beglichen werden, gibt es in der Stadt Neubrandenburg noch offene Fragen zur Zuständigkeit. Allein in Neubrandenburg leben Hunderte freilebende Katzen. Ohne Kastrationen werde sich an der Zahl der Tiere nichts ändern, betont Kadow. Sollte der Verein aufgeben müssen, würde das Problem noch schwieriger zu lösen sein.
Weniger Spenden und gestohlene Tierfallen
Neben den Kastrationskosten, die einen großen Teil der Ausgaben ausmachen, bereiten auch gestohlene Tierfallen Probleme. Zudem ist das Spendenaufkommen zuletzt „stark zurückgegangen“. Für den Verein wird es dadurch eng. „Wir haben noch einen Monat und müssen uns dann was einfallen lassen“, sagt Kadow. Wie es genau weitergeht, falls sich die Situation nicht bessert, steht noch nicht fest. Eine Insolvenz sei aber durchaus denkbar.
Der Tierschutzverein ist im gesamten Gebiet rund um Neubrandenburg aktiv und kümmert sich um heimatlose Tiere. Neben Katzen haben die Ehrenamtlichen bereits Enten, Igel, Möwen oder Schweinchen versorgt. „Wir können nicht einfach sagen, dass wir nicht mehr losfahren“, macht Kadow deutlich.
Suche nach Helfern und Spenden
Der Vorsitzende hofft, stellvertretend für alle Mitglieder, auf finanzielle Unterstützung durch Spenden. „Natürlich suchen wir auch krampfhaft Leute, die uns helfen“, sagt er. Benötigt werden ehrenamtliche Helfer, die Tiere füttern oder Tierfallen aufstellen und kontrollieren. Informationen zu Spendenmöglichkeiten und ehrenamtlicher Hilfe gibt es auf der Internetseite des Tierschutzvereins unter tsv-nb.de/tierschutzverein.