Der gemischte Chor der Lindenstadt Lübtheen hat im Rathaussaal sein 50-jähriges Bestehen gefeiert. Bei dem festlichen Empfang wurde nicht nur gesungen, sondern auch an zahlreiche Erlebnisse, Auftritte und Aktionen erinnert. Eine besondere Rolle spielte dabei die langjährige Chorfreundschaft mit Sängern aus Amelinghausen in der Lüneburger Heide.
Eine Idee in den Fahrzeugwerken
Gisela Wischnewski hatte 1976 die Idee, an ihrem Arbeitsplatz, den Fahrzeugwerken Ernst-Thälmann, unter den Kollegen zu fragen, ob jemand Lust auf gemeinsames Singen hätte. „Bei unserem ersten Treffen, das genau in dem Raum stattfand, in dem wir heute sitzen, waren wir zu acht“, erinnert sich die mittlerweile über 90-Jährige. Das erste Singen fand in der Aula der Oberschule statt, in der heute der Rathaussaal ist.
Inzwischen hat der gemischte Chor, der aus diesen Gesangstreffen entstand, über 20 Mitglieder. „Ich hätte mir damals nicht vorstellen können, dass wir in 50 Jahren hier zusammen feiern“, sagt Wischnewski.
Freundschaften und gemeinsame Erlebnisse
Der Chor ist mehr als nur eine Gruppe von Sängern. „Wir sind zu einer Gemeinschaft zusammengewachsen, es sind Freundschaften entstanden und wir haben gemeinsame Reisen und Ausflüge gemacht, die uns verbinden“, erläutert Christel Stahl, die Vorsitzende des gemischten Chors Lübtheen. Sie ist selbst von Anfang an dabei und führte die Gäste durch den festlichen Abend.
Den ersten großen Auftritt hatte der gemischte Chor 1978 bei der Jugendweihefeier der Stadt. Danach waren die Sänger aus dem Kulturkalender nicht mehr wegzudenken. Geprobt wurde in der Aula der historischen Schule am Eingang der Stadt, denn dort gab es einen Aufzug. Das Sommer- und das Weihnachtssingen füllten erst das Kulturhaus und später die 2002 eingeweihte Mehrzweckhalle.
Unterstützung in schweren Zeiten
2019 musste das öffentliche Kaffeetrinken nach dem Weihnachtssingen spontan abgesagt werden. Damals brannte der Wald rund um Lübtheen, und die Halle musste sofort nach dem Konzert geräumt werden, weil sie zu einem Quartier für die Rettungskräfte umfunktioniert werden musste. „Da haben wir natürlich sofort mit angepackt und konnten dann ja auch sofort heißen Kaffee und frischen Kuchen anbieten“, erzählt Christel Stahl.
Bürgermeisterin Ute Lindenau erinnerte in ihrer Rede an viele andere Situationen, in denen der Chor zur Stelle war, um die Stadt zu unterstützen. Bis 2023 trafen sich die Chöre aus Lübtheen und Amelinghausen regelmäßig am 3. Oktober, abwechselnd an beiden Orten. „Aufgrund unseres Alters haben wir die Treffen in der Form aber aufgegeben, aber wir sind immer noch in Verbindung und besuchen uns regelmäßig“, so Stahl. Einige Sänger aus Amelinghausen kamen zum Jubiläumsempfang.
Nachwuchssorgen im ländlichen Raum
In den fröhlichen Rückblick mischte sich auch Wehmut, denn der gemischte Chor hat Nachwuchssorgen. „In den Großstädten gibt es so viele besondere Chöre und Gruppen, die auch noch neue Mitglieder gewinnen, aber hier im ländlichen Raum haben alle Chöre dasselbe Problem“, macht Christel Stahl deutlich. Dennoch bleiben die Sänger offen für neue Stimmen in ihren Reihen.