Beim zweiten Lauf der Speedway-Europameisterschaft in Güstrow hat der polnische Meister Maciej Janowski vor 5000 Fans gewonnen. Der 35-Jährige setzte sich im Finale mit 13 Punkten vor dem Tschechen Jan Kvech (13), dem Dänen Michael Jepsen Jensen (11) und seinem Landsmann Kacper Woryna (10) durch. Es war seit 2014 der vierte polnische Erfolg in Güstrow.
Spannendes Finale mit Sturz und Wiederholung
Janowski kam durch einen zweiten Platz im Race Off hinter Woryna ins Finale. Für das Finale waren als Vorrundenbeste Kvech (11) und Jepsen Jensen (10) gesetzt. Der erste Finalversuch endete mit einem Sturz von Woryna, der disqualifiziert wurde. In der Wiederholung setzte sich Janowski wie beim ersten Versuch sofort an die Spitze und kam als Erster vor Kvech und Jepsen Jensen durchs Ziel.
Der Pole, der sich über den Erfolg freute und die Atmosphäre im Güstrower Oval genoss, war das Rennen ruhig angegangen. Nach zwölf Läufen hatte er nur vier Punkte, drehte dann aber auf und kam durch zwei Siege auf zehn Punkte.
Historisches Novum in der EM-Geschichte
Fünf Fahrer mit zehn Punkten nach 20 Läufen – das war in der elfjährigen EM-Geschichte Güstrows ein Novum. Auch der Finaleinzug von Kvech als Erster nach der Vorrunde mit elf Punkten war neu. Mit drei Siegen war Jepsen Jensen der beste Zehner-Pilot und durfte direkt ins Finale einziehen.
Der für den verletzten Schweden Kim Nilsson ins Rennen aufgenommene Brite Tom Brennan und der Güstrow-Sieger von 2025, der Däne Leon Madsen, schieden aus. Sie wurden mit je zehn Punkten Fünfter und Sechster.
Deutsche Fahrer mit gemischten Gefühlen
Kai Huckenbeck, im Vorjahr Zweiter, hatte wieder einen Podestplatz angepeilt, musste aber einsehen, dass er dieses Mal vor allem am Start nicht die richtige Power auf die Bahn brachte. Mit acht Zählern wurde er nur Zehnter. Dagegen gab es in der Box des zweiten Deutschen eitel Sonnenschein: Der 16-jährige Tyler Haupt, der mit der Gastgeber-Wildcard am Band war, schlug sich mit vier Punkten und einem zwölften Platz prächtig.
„Ich denke, wir haben die richtige Entscheidung getroffen, unserem Nachwuchstalent diese Chance zu geben, die er toll genutzt hat“, betonte sein Trainer Ralf Peters. Gleich in seinem ersten Lauf hatte der gebürtige Güstrower hinter Kvech, aber vor Lebedevs und Dudek, einen mit Standing Ovations belohnten zweiten Platz herausgeholt.
In der Gesamtwertung führen nach zwei Rennen punktgleich die Dänen Madsen und Jepsen Jensen (24) vor Dudek (22), Kvech, Michelsen und Huckenbeck (alle 20). Es folgen Janowski (19) und Woryna (18). Unzufrieden waren der Titelverteidiger Patrick Dudek (9./8) und der lettische Ex-Europameister Andrejs Lebedevs (15./3).