Gewalt auf Dorffesten: 21-Jähriger schwer verletzt per Hubschrauber in Klinik geflogen
Gewalt auf Dorffesten: 21-Jähriger schwer verletzt

Erneut ist es auf Festen in der Uckermark zu Gewalt gekommen. In der Nacht zum Sonntag, 6. September, wurde ein 21-Jähriger bei einem Dorffest in Grünow bei Prenzlau schwer verletzt. Ein Rettungshubschrauber brachte ihn in das Berliner Unfallkrankenhaus in Marzahn.

Angriff auf dem Sportplatz

Kurz nach Mitternacht gerieten auf dem Grünower Sportplatz, auf dem in diesem Jahr das Dorffest gefeiert wurde, vier bis sechs Personen in eine Auseinandersetzung. Dabei wurde der 21-Jährige aus Prenzlau angegriffen. Die Gewalt habe auch dann nicht aufgehört, als der junge Mann bereits am Boden lag, schildert der Pressesprecher der Polizeidirektion Ost.

Der Schwerverletzte wurde mit einem Rettungshubschrauber in das Berliner Unfallklinikum in Marzahn geflogen. Alle Beteiligten seien deutscher Herkunft gewesen, so die Polizei. Die Ermittlungen laufen wegen gefährlicher Körperverletzung.

Vorfall in Hohenselchow

Auch in Hohenselchow bei Gartz/Oder kam es während des Erntefestes am Wochenende zu einer Auseinandersetzung. Zunächst gab es einen verbalen Streit über die Mitfahrt in einem Auto. Plötzlich schlug der Beschuldigte dem bereits im Auto sitzenden Geschädigten mit der Faust ins Gesicht.

Anschließend zog er den Mann aus dem Pkw, wobei dieser sich Verletzungen am Hinterkopf zuzog. Die Kopfplatzwunde war so gravierend, dass der Angegriffene kurzzeitig bewusstlos wurde, schildert die Polizei. Der Verletzte wurde nach der Erstversorgung vor Ort mit einem Rettungswagen ins Asklepios-Klinikum in Schwedt gebracht. Auch in diesem Fall laufen die Ermittlungen.

Wiederholte Vorfälle und Sicherheitskonzepte

In den vergangenen Wochen hatte es wiederholt gewalttätige Vorfälle auf oder am Rande von Dorffesten gegeben, unter anderem in Alexanderhof, Lützlow und Storkow. Daran waren teilweise Gruppen mit und ohne Migrationshintergrund beteiligt. Einige der Streitsuchenden waren zuvor wegen ihres Verhaltens aus Box- und Kampfsportvereinen ausgeschlossen worden.

„Wir lassen uns von irgendwelchen Leuten unsere Feste nicht kaputtmachen. Dann wäre die letzte Lebensfreude vom Tisch“, sagt Jan Gollnow, Ortsvorsteher in Lützlow.

Die beiden aktuellen Vorfälle stünden laut Polizei nicht im Zusammenhang. Die Veranstalter von Dorf- und Erntefesten haben ihre Sicherheitskonzepte überarbeitet und teilweise den Einsatz von Security-Kräften verstärkt. Die Gramzower Amtsdirektorin Vera Leu plant gemeinsam mit Veranstaltern, Bürgermeistern, Ortsvorstehern sowie unter Einbeziehung von Polizei und Security, für Veranstaltungen ab kommendem Jahr ein wirksames Sicherheitskonzept zu erarbeiten.