AfD MV beschließt Ausschluss von Schlossherr Steinbeck
AfD MV beschließt Ausschluss von Philip Steinbeck

Die AfD in Mecklenburg-Vorpommern hat den Ausschluss ihres langjährigen Mitglieds Philip Steinbeck aus Jessenitz bei Lübtheen beschlossen. Das bestätigte AfD-Landessprecher Enrico Schult. Zuvor hatte der NDR berichtet.

Vorfall mit Jugendlichen in Lübtheen

Anlass sei ein Vorfall gewesen, bei dem Steinbeck vor einem Jahr Jugendliche aus dem Volkshaus in Lübtheen, einer alten Gaststätte, herausgetrieben habe. Bekannt wurde der Vorfall über ein Video, das zeigt, wie Steinbeck auf Knien krabbelnde Jugendliche aus seiner Immobilie in Lübtheen treibt und sie auffordert, eine am Boden liegende Deutschlandfahne abzulecken.

Verfahren bei Staatsanwaltschaft dauert an

Bei der Staatsanwaltschaft Schwerin läuft dazu weiterhin ein Verfahren; die Ermittlungen dauern an. Laut Steinbeck hätten mehrere Jugendliche vorher längere Zeit unerlaubt in dem Gebäude zugebracht. Was das bisher bekannte Video nicht zeigt, aber dafür anderes Material: Ein Junge hatte eine Fahne am Fahrrad hinter sich her geschleift.

Parteiausschlussverfahren und Steinbecks Reaktion

Die AfD leitete noch 2025 ein Parteiausschlussverfahren gegen Steinbeck ein. Im September fiel dann die Entscheidung. „Herabwürdigendes Verhalten gegenüber Jugendlichen dulden wir nicht in der Partei“, erklärte Schult.

Steinbeck bestätigt das Parteiausschlussverfahren. Er habe sein „Urteil“ erhalten, wehre sich jedoch auf Bundesebene der AfD dagegen. Er betrachte das Vorgehen des AfD-Landesverbandes „als schäbigen Versuch“, parteiinterne Kritiker „auszuschalten“. Als Hintergrund nennt er seine Kritik am „Netzwerk“ rund um Thore Stein, AfD-Kreisvorsitzender in Südwestmecklenburg und Parlamentarischer Geschäftsführer der Landtagsfraktion.