Der Darguner Bahnhof bekommt eine neue Zukunft. Svenja Becker, die das Gebäude seit vier Jahren betreibt, will bleiben und ihr Konzept umbauen. Das Café schließt Ende September endgültig, über die Wintermonate entsteht das neue Format „Atelier“.
Schließung im April angekündigt
Im Frühjahr hatte Svenja Becker schweren Herzens entschieden, ihren Betrieb im Bahnhofsgebäude aufzugeben. Ein Sommer noch, dann sollte Schluss sein mit Pension und Café. Die gelernte Event-Managerin hatte den Bahnhof in den vergangenen vier Jahren zu einem Ort der Begegnung gemacht – mit Café-Betrieb und Veranstaltungen wie Lesungen und Konzerten.
Doch die Kosten stiegen, Personal fehlte. Das wirtschaftliche Risiko sei zu groß geworden, kündigte sie im April an. Die Türen sollten zum 30. September geschlossen werden. Was sie damit auslösen würde, ahnte sie nicht.
Welle der Unterstützung
Viele Menschen aus Dargun und dem Umfeld meldeten sich in den vergangenen Monaten bei ihr. Nicht nur der Bahnhof würde fehlen, sondern auch sie als Mensch, habe sie immer wieder gehört. „Das hat mich tief berührt.“ Manchmal müsse man etwas loslassen, um zu erkennen, was man behalten möchte, findet die Inhaberin. Jetzt steht für sie fest: Sie möchte in ihrem Bahnhof bleiben.
Klar sei aber auch, dass sie vom bisherigen Café-Konzept nicht leben könne. Deshalb schließt das Café Ende September. Am 27. September wird Heidi Jantschik mit ihren Saxophon-Klängen das Kapitel ausklingen lassen.
Neues Konzept über den Winter
Über die Wintermonate entwickelt Svenja Becker das neue Konzept „Format Atelier“. Ihre Vorstellungen gehen in Richtung Zimmervermietung mit Selbstversorgung für Urlauber, Radfahrer und Gäste der Region. Außerdem will sie Räume im Bahnhof für Workshops, Seminare und ähnliche Anlässe vermieten.
Veranstaltungen wie Konzerte, Märkte und besondere kulturelle Momente sollen ebenfalls weiterhin stattfinden. Sie hofft, dass sich das neue Konzept selbst tragen kann, und dankt allen, die ihr Mut gemacht haben: „Ihr habt mir Kraft gegeben, als ich selbst nicht wusste, wie es weitergeht.“