Beim dritten Offenen Höfe in Brüel haben am Samstag zahlreiche Besucher in den Höfen und Häusern der Stadt gestöbert. Rund um den Ziegenmarkt und an der Ziege selbst wiesen gelbe Luftballons auf die Aktion hin. Trotz paralleler Veranstaltungen und durchwachsenen Wetters zogen die Veranstalter ein positives Fazit.
Schnäppchen und Nostalgie in den Höfen
Eine Besucherin namens Heide fand am Spiegelberg gleich mehrere Lieblingsstücke: einen kleinen Koffer, eine Schüssel mit der Aufschrift „Seife“ und eine Kette mit einem Herzanhänger. „Ich stehe auf Nostalgie und da findet man immer etwas Passendes auf Trödelmärkten“, sagte sie. Den Koffer wolle sie für einen Kurzurlaub nutzen, die Kette sei für ihre Enkelin gedacht. „Ein bisschen Handel muss ja sein“, ergänzte sie lachend.
Im Hof von Familie Kirschnick gab es Kinderklamotten, Selbstgemachtes und DDR-Artikel. Andreas Kirschnick zog zusammen mit seiner Freundin Maja Voß und ihrem Bruder Raiko mittags ein erstes Fazit: „Es ist wirklich gut angenommen worden.“ Ein paar Meter weiter verkaufte Gudrun Donner Gläser Honig – nur noch Raps- und Lindenhonig waren im Angebot. Für fünf Euro nahmen Besucher das süße Produkt aus der Region mit.
Rathaus und Kirche öffneten ihre Türen
Im Brüeler Rathaus bot die ukrainische Gemeinschaft Leckereien an. Neben heimischen Köstlichkeiten gab es landestypische Spezialitäten. Edith Garberding, die den Ukrainern etwa bei Behördengängen hilft und zusammen mit Herrn Schüler Deutsch unterrichtet, stellte fest: „Nur das Gemüse geht nicht so gut weg.“ Sie warb bei den Gästen: „Nehmen Sie sich ruhig noch mehr.“ Im Gegenzug ließen Besucher eine Spende da.
In der Brüeler Kirche spielte Organist Martin Krützmann Stücke an der Orgel und führte Interessierte in den Glockenraum. Ein Paar aus Sachsen, das das Wochenende bei Freunden in Brüel verbrachte, durfte selbst versuchen, die beiden historischen Glocken zu läuten.
Familie Reeck zeigte saniertes Haus
Familie Reeck in der Sternberger Straße hatte 2019 ein Haus in der Stadt übernommen und aufwendig saniert. Am Samstag luden sie in das Gebäude ein. Die Gäste wurden mit Sekt empfangen und konnten auf einem kleinen Flohmarkt stöbern. „Es waren einige da, die in den Büchern und bei den DVDs gestöbert haben“, sagte Frau Reeck. Die gelernte Schneiderin bot auch Textilien an: „Das sind die letzten Sachen im Abverkauf.“
Fazit: Besucher kamen zahlreich
Antje Dupke, die die Aktion mit organisierte, besuchte am Abend 16 der 18 teilnehmenden Höfe selbst. „Die meisten zeigten sich zufrieden mit der Anzahl der Besucher und sind auch einiges losgeworden. Kuchen und Kaffee wurde häufig angeboten, sodass jeder Hof auch zum Verweilen und Plaudern eingeladen hat und es teilweise schwer war weiterzuziehen.“ Neben vielen Brüelern seien auch zahlreiche Tagesgäste aus der Region vor Ort gewesen.
„Wir sind zufrieden, die Kleinstadt wieder etwas mobilisiert und die Brüeler aus ihren eigenen Häusern und Gärten herausgeholt zu haben. Begegnung ist ja unser großes Ziel“, erklärte Dupke. Ob es eine Fortsetzung geben wird, ist derzeit noch offen. „Sehr wahrscheinlich war es aber nicht das letzte Mal.“