Geistergärten in Malchin: Neue Hoffnung für Müllberge unter Apfelbäumen
Geistergärten in Malchin: Neue Hoffnung für Müllberge

Die Apfelbäume hängen voller Früchte, doch zum Ernten kommt niemand mehr. Die einst stolze Gartenanlage am südöstlichen Stadtrand von Malchin am alten Bahndamm ist längst zu einer Geister-Kolonie verkommen. Die verlassenen und mittlerweile geplünderten Gartenlauben verstecken sich im wuchernden Unkraut. Auch der viele Unrat, der seit der Aufgabe der Gärten hierher gekarrt wurde, wird von dem Grün zu großen Teilen verdeckt.

Müllberge als Ärgernis

Ein großes Ärgernis sind die Abfallberge in der ehemaligen Gartensiedlung dennoch. Viele ehemalige Gartenfreunde sind heute noch sauer, dass sie vor über drei Jahren ihre Parzellen aufgeben mussten. Platz machen sollten sie für ein neues Wohngebiet, von dem allerdings bis heute nichts zu sehen ist. Mehrere Investoren für den Bau von Reihenhäusern und Eigenheimen sind abgesprungen.

„Es ist absolut unverständlich, mit welcher Selbstverständlichkeit unsere Mitbürger sich dort ihres Abfalls entledigen“, empörte sich erst unlängst wieder Bürgermeister Axel Müller (CDU). Niemand weiß genau, was hier alles schon abgeladen wurde. Den Platz mal richtig aufzuräumen, davon ist die Stadt jetzt erst einmal wieder abgerückt. Die Kosten für eine ordnungsgemäße Entsorgung werden immerhin auf etwa 80.000 Euro geschätzt. „Eine zeitnahe Beräumung des Geländes wird, auch wenn dringend erforderlich, zurzeit nicht angestrebt“, hatte Müller dazu wissen lassen. Zumal ja auch sichergestellt werden müsste, dass nicht gleich wieder neuer Müll in die alte Gartenanlage geschafft wird.

Interessenten für Wohnanlage

Soll der ganze Dreck jetzt also einfach so liegen bleiben? „Wir stehen derzeit mit zwei Interessenten im Gespräch, die prüfen, ob sie an dieser Stelle eine kleine Wohnanlage errichten wollen“, erklärt dazu der Bürgermeister. Sollte es tatsächlich zu einem Verkauf der Fläche kommen, würden die Müllberge „zeitnah“ beseitigt und das Areal in einem vernünftigen Zustand zur weiteren Nutzung übergeben. Ein Interessent will sein Vorhaben am 24. August im Rathaus bei einer öffentlichen Bau-Ausschuss-Sitzung vorstellen.

Das gibt zumindest Hoffnung, dass die Baupläne hier doch noch umgesetzt werden könnten. Zusammen mit der Wohnungsgesellschaft prüfe die Stadt aber auch immer noch eine Videoüberwachung des Geländes. Die Kameras sollen zumindest eine abschreckende Wirkung haben. Die Fläche mit Bauzäunen zu umgeben, wie einmal im Frühjahr angekündigt, davon sind Stadt und Wogema offenbar wieder abgerückt.

Auf der Obstwiese gegenüber der Gartenanlage hatte die Stadt mittlerweile angeboten, dass Interessenten auch einzelne Eigenheime oder Mehrfamilienhäuser errichten könnten. Doch ob hier wirklich noch einmal ein ganz neues Wohngebiet entsteht, ist weiterhin fraglich.