Kleine Naturentdecker: Warum sich die Arbeit mit Kindern lohnt
Kleine Naturentdecker: Arbeit, die sich lohnt

Beim Frühstück bei Bekannten kommt der etwa zehnjährige Sohn herein, in den Händen einen Bovist, gefühlt größer als sein Kopf. Er strahlt und sagt: „Ich hab noch einen gefunden! Guck doch mal, der ist doch gut.“

Stolz trotz Augenrollen

Der Junge klopft und prüft den Pilz, er weiß offenbar genau, was er gefunden hat. Dann legt er ihn auf die Arbeitsplatte und beginnt, ihn abzupellen. Seine Mutter rollt mit den Augen und meint: „Ach Hase, wir haben doch schon so viele eingefroren.“ Trotzdem huscht ihr ein stolzes Grinsen übers Gesicht – sie kennt das schon.

Wenn die Witterung passt, kommt ihr Sohn jedes Jahr mit den großen Pilzen nach Hause. Die Autorin sitzt dabei und ist begeistert.

Kinder und die Natur

Erwachsene beklagen oft, dass Kinder viel Zeit mit Handy und Tablet verbringen, weniger draußen sind und kaum noch wissen, was in Wald und Flur wächst. Doch hier steht ein Zehnjähriger, der draußen einen Pilz gefunden hat, ihn kennt, seinen Zustand beurteilt und ihn voller Begeisterung nach Hause trägt.

Diese Begeisterung bedeutet manchmal Arbeit: Der Bovist muss geschnitten, verarbeitet und eingefroren werden. Der Käfer will bestimmt, der Stein bestaunt und die unnütze Frage beantwortet werden. Doch diese Arbeit lohnt sich.