Bezahlter Liebesgruß: AfD Teterow lässt Afrikaner tanzen
AfD Teterow: Bezahlter Liebesgruß mit Tänzern

Die AfD Teterow hat auf ihrer Facebookseite ein Video veröffentlicht, das für Aufsehen sorgt. Acht gut gelaunte, dunkelhäutige Männer tanzen vor einer afrikanischen Steppenkulisse, halten Pappherzen und AfD-Logos in die Kamera und rufen: „Wir bleiben in Afrika. Danke AfD Teterow.“ Der Clip ist ein bezahltes Auftragswerk des nigerianischen Anbieters „African Crew Greetings“.

Auftragswerk mit klarer Botschaft

Die Tänzer bedanken sich auf Englisch und Deutsch bei der AfD Teterow für den Support und beteuern mehrfach, in Afrika bleiben zu wollen. Auf der Website des Unternehmens können Kunden zwischen verschiedenen Crews wählen – etwa der Love Crew, Band Crew, Tiger Crew oder Safari Crew. Die AfD entschied sich für die Safari Crew, die aktuell 29,95 Euro kostet.

Fraktionschef Mathias Schmitus verteidigt das Video auf Nordkurier-Anfrage: „Das Angebot eines Start Up aus Afrika anzunehmen“ sei nicht rassistisch. Es habe einen „freundlichen, respektvollen E-Mail-Verkehr“ gegeben. Man wolle mit dem Projekt „ein Zeichen für internationale Zusammenarbeit und gelebte Verständigung“ setzen.

Kritik an Stereotypen und Geschäftsmodell

Beobachter erkennen in dem Clip ein Stereotyp: den „lustigen Wilden, der für den Weißen tanzt“. Tahir Della von der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland sagt, solche Videos schürten den Eindruck, „dass Zuwanderung zunimmt“ – was aktuelle Zahlen widerlegten. Er sieht darin einen Test, „wie weit Rechtspopulisten gehen können“.

Das Geschäft mit Videogrüßen aus Afrika ist nicht neu. Die Süddeutsche Zeitung berichtete bereits 2023 über ähnliche Anbieter wie „greetingsfromafrica“ oder „jambowishes“. Oft stammen die Videos von wenigen Großhändlern, teils mit Verbindungen nach China, Sambia oder Simbabwe. Die Website des Anbieters ist in Delaware registriert, ein Impressum fehlt.

Offene Fragen und Reaktionen

Wie viel von den 29,95 Euro bei den Darstellern ankommt, bleibt unklar. Die Website verspricht, dass die Tänzer „fair bezahlt“ werden, doch eine Nordkurier-Anfrage blieb unbeantwortet. Auch die AfD-Spitzenkandidaten Leif-Erik Holm und Enrico Schult reagierten bis zur Frist nicht auf eine Anfrage.

Schmitus sieht das Projekt als Erfolg: „Unser Beispiel soll dazu ermutigen, junge Kreative in Afrika zu unterstützen, um die dortige Wirtschaft zu stärken und damit auch die Bleibeperspektiven ihrer Fachkräfte.“ Was wirtschaftlich bei den Tänzern tatsächlich ankommt, bleibt offen.