Im Schlosspark Ludwigslust steht eine Büste von Großherzog Friedrich Franz II. Von 1899 bis 1936 stand das Denkmal in Lübtheen, denn Friedrich Franz war der Namensgeber des Bergwerkschachtes, durch den Kalisalz gefördert wurde. Der Bergbau verhalf der heutigen Kleinstadt in der Griesen Gegend zu überregionaler Bedeutung.
Tradition im Schlosspark
„Für uns gehört es zur guten Tradition, das ‚Kleine Fest im großen Park‘ gemeinsam mit unserem Friedrich Franz zu genießen“, erzählt Lübtheens Bürgermeisterin Ute Lindenau. Sie ist seit 25 Jahren im Amt und hat vor rund 20 Jahren zusammen mit dem Heimat- und Kulturverein versucht, Friedrich Franz II. wieder nach Lübtheen zurückzuholen, allerdings hat das nicht geklappt.
Rückhol-Versuch gescheitert
„Die Statuen und Denkmäler im Schlosspark Ludwigslust werden vom Land über die Staatlichen Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen MV verwaltet, und die haben uns mitgeteilt, dass Friedrich Franz II. in Ludwigslust bleiben muss“, so Lindenau. Zwar wäre es möglich gewesen, eine Kopie der Büste anfertigen zu lassen, aber dazu fehlte der Stadt damals das nötige Geld.
„Heute kostet das vermutlich das Dreifache und wir haben immer noch kein Geld, insofern besuchen wir Friedrich Franz II. immer zum ‚Kleinen Fest im großen Park‘“, so die Verwaltungschefin.
Hoffnung auf ein Wunder
„Durch die Beleuchtung und die vielen Künstler und lebenden Bilder scheint der Schlosspark besonders verwunschen, daher könnte es ja doch passieren, dass Friedrich Franz II. von seinem Sockel steigt und mit uns nach Lübtheen zurückfährt“, philosophiert Lindenau lachend. Viele Bekannte, die auch schon traditionell zu einem Plausch an das Denkmal kommen, halten das nicht für unmöglich.
„Bei dieser Veranstaltung ist alles möglich, vielleicht kommt ja auch einfach jemand mit einem dicken Portemonnaie vorbei und möchte unserer Stadt eine Kopie finanzieren“, sagt eine Besucherin, die ebenfalls regelmäßig nach Friedrich Franz II. schaut, wenn sie in Ludwigslust ist. Friedrich Franz II. steht irgendwie über den Dingen, aber wer genau hinschaut, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass der Großherzog die Treue seiner ehemaligen Bergwerksstadt durchaus genießt.