BSW-Spitzenkandidat Peter Schabbel: Pragmatiker zwischen den Lagern
BSW-Kandidat Schabbel: Pragmatiker zwischen den Lagern

Peter Schabbel (BSW) ist einer der prägenden Köpfe des Bündnisses Sahra Wagenknecht in Mecklenburg-Vorpommern und tritt als Spitzenkandidat zur Landtagswahl 2026 an. Der 59-jährige Werkzeugmacher blickt auf eine politische Biografie zurück, die bis in die DDR-Opposition reicht.

Von der Friedensbewegung zur Politik

Schabbel war Mitglied der Friedensbewegung „Schwerter zu Pflugscharen“ und wurde mehrfach festgenommen. Nach der Friedlichen Revolution engagierte er sich im Neuen Forum. Beruflich arbeitete er als Werkzeugmacher und Fachkrankenpfleger, bevor er sich 1994 als Heilpraktiker und Osteopath selbstständig machte.

Seinen politischen Stil beschreibt Schabbel als sachorientiert, bürgernah und ideologiefrei. Nach eigener Darstellung sollen Fachkompetenz, soziale Verantwortung und pragmatische Lösungen Vorrang vor parteipolitischen Interessen haben. Mit diesem Anspruch will das BSW Wähler ansprechen, die sich von den etablierten Parteien nicht mehr ausreichend vertreten fühlen.

Positionen zur Zusammenarbeit der Parteien

Schabbels Haltung zur sogenannten Brandmauer gegenüber der AfD findet besondere Aufmerksamkeit. Er bezeichnet sie als demokratiepolitisch problematisch und verweist darauf, dass sich die Anliegen vieler AfD-Wähler nicht dauerhaft ausblenden ließen. Gleichzeitig grenzt er sich von einer Zusammenarbeit mit der AfD ab.

Das BSW strebt weder eine Koalition mit der AfD noch taktische Bündnisse anderer Parteien allein gegen die AfD an. Statt klassischer Koalitionen wirbt Schabbel für das Modell einer „Bürgerregierung“: eine Regierung mit einem überparteilichen Ministerpräsidenten, stärkerer Einbindung von Fachleuten und wechselnden parlamentarischen Mehrheiten.

Keine Stimme für Schwesig oder AfD-Kandidaten

Für den Fall eines Einzugs des BSW in den Landtag kündigte er an, weder die amtierende Ministerpräsidentin Manuela Schwesig noch einen AfD-Kandidaten zum Regierungschef zu wählen.

Zu den zentralen politischen Forderungen des BSW zählt die Wiederinbetriebnahme der Gaspipeline Nord Stream 2 nach einem Ende des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Mit dieser Position besteht eine inhaltliche Übereinstimmung mit der AfD Mecklenburg-Vorpommern.