In der Gastronomie fehlen Fachkräfte, besonders in der Feriensaison. Betriebe reagieren unterschiedlich: Manche setzen auf Ausbildung und Zuwanderung, andere müssen Personal abbauen.
Kurhaus am Inselsee setzt auf Ausbildung
Erich-Alexander Hinz, Chef des Kurhauses am Inselsee in Güstrow, sagt: „Der Arbeitsmarkt ist leergefegt. Wir haben nicht genügend deutsche Bewerber.“ Deshalb beschäftigt er Fachkräfte aus dem Ausland. Seit 1996 bildet das Haus aus, um Fachkräfte zu sichern. Kellner Alexander Paasch wurde nach der Ausbildung übernommen, viele Mitarbeiter sind seit Jahrzehnten im Betrieb. Aktuell arbeiten 75 Personen im Kurhaus und im Strandhaus. „Nicht immer in optimaler Besetzung, daher suchen wir auch noch Mitarbeiter.“
Hohe Kosten belasten die Branche
Als Mitglied des Landeshotel- und Gaststättenverbandes weiß Hinz, dass hohe Energie-, Waren- und Personalkosten manche Betriebe in die Insolvenz getrieben haben. Auch für das Haus am Inselsee ist das eine Herausforderung, aber dank langjähriger Personalplanung könne man einiges abfedern und sogar Umsätze generieren.
Toni Martens von der Teterower Teichmühle musste wegen hoher Personalkosten zwei Servicekräfte entlassen. „Wir müssen eben leider schauen, wo wir sparen können.“ Bei den Lebensmittelpreisen setzt er auf günstigere, einfachere Gerichte. Der Service wird von Mittwoch bis Sonntag von 11.30 bis 21 Uhr nur von ihm und einer Kollegin bewältigt. „Da müssen wir die Reservierung gut planen, dass nicht alle Gäste auf einmal kommen.“ Bei großen Events wie dem Töpfermarkt kann es bei voller Terrasse zu längeren Wartezeiten kommen.
Junge Leute als Aushilfen
Jens von Olterdsorff-Kalettka vom Ristorante Milano in Malchin hat in der Hochsaison viele Gäste. Mangels Fachkräften beschäftigt er Gymnasiasten und Abiturienten, die längere Zeit bleiben. „Nur so aus Spaß und mal vierzehn Tage arbeiten, das wollen wir nicht. Dann machen wir das lieber selbst.“
Ausbildung als Strategie
Olav Paarmann vom Hotel am Schlosspark in Güstrow setzt ebenfalls auf Ausbildung. „Wir bilden Hotel- und Restaurantfachkräfte aus und schulen damit unseren Nachwuchs.“ Viele Mitarbeiter seien seit zehn oder zwanzig Jahren im Betrieb. „Wie andere Unternehmen haben wir damit vorgesorgt und keinen Mangel an Fachkräften.“ Er setzt auch auf Zuwanderung und Quereinsteiger. In der Hauptsaison gebe es viel Bewegung und Stresssituationen. Die Hotelbelegung hänge vom Wetter ab: Bei Sonnenschein blieben Gäste an der Küste, bei Regen kämen sie ins Binnenland und nach Güstrow.