Die Teterower Stadtwerke steuern um: Das Unternehmen will sich künftig wieder auf sein Kerngeschäft konzentrieren, also auf die Versorgung mit Fernwärme, Strom und Gas. Vom Gaststätten-Betrieb auf der Burgwallinsel will sich das Unternehmen jetzt so schnell wie möglich verabschieden. Mit Saisonende, wenn also der Kioskbetrieb im „Wendenkrug“ vorbei ist, spätestens aber zum Jahresende soll die Stadt Teterow das Gasthaus übernehmen, das 30 Jahre lang zu den Stadtwerken gehörte.
„Wendenkrug“ geht zurück an die Stadt
„Die Burgwallinsel ist für uns immer ein Minusgeschäft gewesen. Es war aber der politische Wille in der Stadt, dass die Stadtwerke sich hier engagieren“, sagt Walter Bommer. Das Unternehmen habe sich um Investitionen am „Wendenkrug“ wie beispielsweise die 100.000 Euro teure Dachsanierung kümmern müssen. Auch sind der Fährmann und der Schiffsführer der „Regulus“ Angestellte der Stadtwerke. „Wir werden die beiden abziehen, wenn die Stadt die Insel wieder übernimmt“, kündigt Bommer an.
Mehrere Interessenten für Breitband-Sparte
Zurückziehen werden sich die Stadtwerke auch aus dem Breitband-Geschäft. Die Sparte solle möglichst noch in diesem Jahr an einen anderen Netzbetreiber übergeben werden. Dazu sind die Teterower mit mehreren Interessenten im Gespräch, wie Bommer und Grindel erläuterten. Der Ausflug in die Breitband-Welt habe den Stadtwerken zuletzt jedes Jahr einen Verlust von etwa 600.000 Euro beschert.
„Wir haben falsch eingeschätzt, wie sich das Gebiet entwickeln wird. Auch die Kostenentwicklung lief ganz anders als von uns gedacht“, räumt Walter Bommer ein. Zielmarke seien einmal 2500 Kunden gewesen, tatsächlich sind es gerade einmal etwa 1000 geworden. Die Wechselbereitschaft zum Breitband blieb offenbar weit hinter den Erwartungen zurück. Hinzu kommt: „Viele ältere Bürger fühlen sich mit Telefon und Fernsehen ausreichend versorgt“, schätzt Bommer ein. „Auch waren wir vertrieblich nicht gut aufgestellt.“
Zudem mache auch die Insolvenz der Stadtwerke Laage den Teterowern zu schaffen. Hier waren die Teterower Stadtwerke mit 180.000 Euro beteiligt. Dieses Geld ist futsch. Hinzu kommen dann auch die Rechnungen, die wegen der Insolvenz nicht mehr bezahlt wurden.
Auf die Preisentwicklungen bei Strom, Gas und Fernwärme sollen all diese Verluste aber keine Auswirkungen haben, versprechen Bommer und Grindel. Allerdings könnten sie auch noch nicht sagen, wie die Preise im nächsten Jahr aussehen werden. Das hänge vom Strom- und Gasmarkt ab. Bei der Fernwärme erwarten die Stadtwerke „relativ stabile“ Preise.