Die Woldegker scheinen „Januarkinder“ zu sein. Zumindest werden im Blumengeschäft am Woldegker Markt in diesem Monat immer besonders viele Sträuße geordert. Inhaberin Bettina Marquardt kennt ihre Kundschaft mittlerweile so gut, dass sie Hinweise geben kann. Etwa so: „Nimm mal eine andere Sorte, diese Blumen hat Christian schon im Strauß.“
90 Prozent der Kunden mit Namen bekannt
„Von etwa 90 Prozent meiner Kunden kenne ich die Namen“, so die „Blumenliebe“-Chefin. Und wenn man sich seit zehn Jahren mit einem Floristikgeschäft in einer Kleinstadt behaupten kann, sind es auch nicht wenige, die das Geschäft der Fachfrau am Markt aufsuchen. Die Kunden kommen aus der Windmühlenstadt und ihrer Umgebung.
In den vergangenen Tagen sind viele da gewesen, um Bettina Marquardt zu gratulieren. Denn im September vor zehn Jahren hat die gebürtige Prenzlauerin das Geschäft übernommen. Einige werden sich noch an „Nagels Grünmarkt“ erinnern. Der Inhaber hatte seiner Mitarbeiterin Bettina Marquardt angeboten, den Laden weiterzuführen. Er selbst ist damals in den Ruhestand gegangen.
Der Weg zur eigenen Chefin
Seit 1996, inklusive der Lehrzeit im Blumenhaus Erbe, war die damals 36-Jährige mit allem, was zur Floristik gehört, vertraut. Warum nicht, dachte sich die Floristin. Dass sie als Chefin mehr arbeiten würde, war ihr klar. Die Tochter ging schon eigene Wege. „Es war einfach ein guter Zeitpunkt“, so Bettina Marquardt, deren Liebe zu Blumen im Garten der Oma in Helpt so richtig aufgeblüht ist.
„Ich habe ihr alle Blumen abgepflückt und daraus Sträuße und Kränze gemacht“, so die Blumenliebe-Chefin, die in Helpt wohnt und natürlich einen Garten am Haus hat. Dass sie nach dem Schulabschluss Floristin werden würde, war immer klar. Dass sie einmal ein eigenes Geschäft haben würde, nicht unbedingt. Von 8 bis 18 Uhr, am Sonnabend noch mal von 8 bis 12 Uhr, öffnet die 46-Jährige ihren Blumenladen. Die Arbeitszeit beginnt für sie natürlich vor 8 Uhr.
Blumige Herausforderungen das ganze Jahr
„Wenn es richtig gut läuft, habe ich aber pünktlich um 18 Uhr Feierabend“, so die Geschäftsfrau. Zum Glück gibt es eine Mitarbeiterin. Allerdings wird diese sich demnächst in den Ruhestand verabschieden. Wer also Ambitionen hat, bei Blumenliebe am Woldegker Markt zu arbeiten, kann einfach mal bei der Inhaberin anfragen.
Zu tun ist in dem Geschäft ganzjährig. Im Januar, wie schon verraten wurde, gibt es viele Geburtstagskinder. Valentins-, Frauen- und Muttertag sind weitere arbeitsintensive Termine. Außerdem beginnt im Frühjahr die Bepflanzung der Gräber. Hochzeiten und Beerdigungen werden begleitet. Im Herbst sind dekorative pflanzliche Arrangements beliebt. Der Totensonntag ist ein ebenfalls wichtiger Termin in der Floristikbranche. Und natürlich die Adventszeit, in der Adventskränze und Gestecke vorrätig sein müssen. Blumenliebe ist überdies Fleurop-Partner.
„Zum Glück helfen mir meine Eltern“, ist Bettina Marquardt dankbar. Gefreut hat sie sich auch über die Gratulanten, die ihr zum zehnjährigen Jubiläum Sekt, Pralinen, Gutscheine oder Handcreme geschenkt haben. Denn eine gute Handpflege ist sehr wichtig, weiß sie. Der Wechsel von Wasser zu Erde und umgekehrt setze der Haut nämlich zu. Handcreme ist also ein richtig gutes Präsent für eine Floristin. Blumen hat ihr übrigens kein Gratulant mitgebracht.