Hellingkran in Rostock gesperrt: Ausleger droht auf Wohnhäuser zu fallen
Hellingkran in Rostock gesperrt: Ausleger droht zu fallen

Der Hellingkran an der Warnow nahe des Rostocker Stadthafens ist wegen eines Schadens gesperrt worden. Ein Ausleger ist nicht richtig befestigt und droht herabzufallen, möglicherweise auf eines der benachbarten Wohnhäuser. Der Schaden wurde bei einer turnusmäßigen technischen Überprüfung entdeckt. Zwei Wohnhäuser wurden vorsorglich evakuiert.

Das unweit gelegene Neptun-Einkaufszentrum ist nicht betroffen. Es kam niemand zu Schaden. Ob eine vorsorglich in einer Sporthalle eingerichtete Notunterkunft benötigt wird, steht noch nicht fest.

Bruch der Querstrebe vom TÜV entdeckt

Der Bruch der Querstrebe wurde vom TÜV entdeckt. Im Anschluss wurden umgehend Maßnahmen ergriffen und die Feuerwehr verständigt. Da nicht ausgeschlossen werden kann, dass der Hellingkran in sich zusammenbricht, musste der Gefahrenbereich weiträumig gesperrt werden.

Die Höhenrettungsgruppe konnte den instabilen Kran aus Sicherheitsgründen nicht betreten, daher kam eine Drohne zum Einsatz. Mit dieser wurde das Ausmaß des Schadens aus nächster Nähe begutachtet. Das Ergebnis: Durch den Bruch besteht höchste Gefahr, dass der Kranausleger einbrechen kann. Ein Führungsstab aus Einsatzkräften von Feuerwehr, Polizei, Malteser, TÜV und Katastrophenschutz soll gegründet werden, um über Lösungsvorschläge zu beraten.

Bergung frühestens am Montag

Eine Option ist, den Ausleger des Krans abzulegen, damit von ihm keine Gefahr mehr ausgeht. Dafür sind mindestens zwei Schwerlastkräne notwendig, die mindestens 50 bis 60 Tonnen halten können. Der am Wochenende angekündigte starke Wind macht ein Arbeiten unmöglich, sodass die Bergungsaktion frühestens am Montag starten kann. Bis dahin bleibt der Bereich abgesperrt.

Hochzeitslocation im technischen Denkmal

Der Kran wurde nach einer umfassenden Sanierung seit dem vorigen Jahr auch als Eventlocation für Hochzeiten genutzt. Er ist eine Außenstelle des Rostocker Standesamtes. Die Zeremonien finden im ehemaligen Maschinenraum des früheren Schiffbaukrans statt, der dem Förderverein Tradition Ostseeschifffahrt gehört.

Der bis 2024 erfolgte Umbau des 1976 errichteten Portal-Wipp-Krans auf dem Gelände der ehemaligen Neptun-Werft kostete rund zwei Millionen Euro. Neu eingebaut wurde der Aufzug, der den Weg über die 136 Stufen der außen liegenden Wendeltreppe erspart.

Der ehemalige Maschinenraum bietet Platz für Veranstaltungen mit etwa 30 bis 40 Gästen. Im Inneren führt eine Stahltreppe hinauf zu einer Galerie, die als Hochzeitssuite inklusive Bett mit Sondermaßen umgebaut wurde. Es gibt ein Bad, eine Toilette und eine kleine Küche. Mit dem Kran wurden früher bis zu 40 Tonnen schwere Schiffsbauteile gehoben und abgesetzt. In der Kranführerkanzel stehen heute Tisch und Stühle für ein Frühstück in luftiger Höhe.