Franz Kafkas letzte Liebe begann in Mecklenburg. Der Prager Dichter traf Dora Diamant in Graal-Müritz – am Ende seines Lebens. Dieser Beziehung widmet sich eine Matinée im Pfarrhaus Polchow bei Laage.
Am Sonntag, 16. August, ab 11 Uhr berichtet die Kafka-Biografin Kathi Diamant über das letzte Lebensjahr des Schriftstellers, das er mit Dora Diamant verbrachte. Die Veranstaltung trägt den Titel „Als Kafka einmal glücklich war“.
Ein anderes Bild des Dichters
Nach Doras Aufzeichnungen zeigt sich ein völlig anderes Bild von Franz Kafka als das jahrzehntelang vorherrschende. Dora bringt ihn dazu, endlich seinen Traum wahrzumachen und nach Berlin zu ziehen.
Kathi Diamant beleuchtet das Leben dieser ungewöhnlichen Frau: ihre Flucht vor den Nationalsozialisten, ihr Exil in England, ihre Liebe zur jiddischen Sprache und Kultur sowie ihre Reisen nach Israel und ihre verstreute Familie.
Jahrzehntelange Spurensuche
Die Theaterwissenschaftlerin, Schauspielerin und Autorin aus den USA begann Mitte der 1980er Jahre, in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Polen, Tschechien und Israel nach Spuren von Kafkas Geliebter zu suchen. Sie ist außerdem Gründerin des Kafka Project an der San Diego State University.
„Erzählenswert und berührend ist nicht allein, was sie über Dora Diamant herausgefunden hat, sondern auch, wie intensiv sie ihre Spurensuche betrieben und dabei auch menschliche Verbindungen wieder hergestellt hat“, sagt Gastgeberin Caroline Vongries.
Ort und Anmeldung
Musikalisch begleitet wird die Matinée von der Hallenser Liedermacherin Josefin Rabehl. Caroline Vongries, selbst Autorin, lebt seit zwei Jahren in Polchow und baut mit ihrem Mann Christian Alberter das Pfarrhaus zu einem Ort für Kultur und Begegnung aus. Am Pfarrhaus steht die wohl 1000 Jahre alte Kirchhofslinde.
Für die Teilnahme wird um Anmeldung gebeten: telefonisch unter 0157/32253384 oder per E-Mail an [email protected].