Landeswaldtag Rostock: Minister Backhaus greift zur Motorsäge
Landeswaldtag Rostock: Minister mit Motorsäge

Rund 558.000 Hektar Wald gibt es in Mecklenburg-Vorpommern. Rein rechnerisch kommen auf jeden Einwohner etwa 0,35 Hektar Wald. Diese Zahlen nannte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus (SPD) beim Landeswaldtag Rostock 2026. Zusammen mit Rostocks Umwelt-Senatorin Dr. Ute Fischer-Gäde (Grüne) und Forstamtsleiter Jörg Harmuth eröffnete er die Veranstaltung am Samstag, 5. September, in Wiethagen.

Wald als Klimaschützer und Wirtschaftsfaktor

Unter dem Motto „Wald.Holz.Technik.“ zeigten Baumkletterer, ein Harvester und der Minister mit der Motorsäge, wie moderne Forstwirtschaft, Klimaschutz und Tradition zusammengehen. Backhaus betonte: „Der Wald ist Fitnessstudio, Apotheke, Klimaschützer und Wirtschaftsfaktor.“ Er sagte weiter: „Wir müssen unsere Wälder erhalten, pflegen und konsequent zu klimastabilen Mischwäldern weiterentwickeln.“ Waldschutz und Holznutzung seien keine Gegensätze, so der Minister. Auch die nachhaltige Nutzung des Holzes sei Klimaschutz.

Um dies zu untermauern, griff Backhaus selbst zur Motorsäge. „Nicht zum ersten Mal“, sagte er und begann mit dem Teilen eines gefällten Baumes in Abschnitte – „Ablängen“ genannt. Sein Urteil: „Ein guter Schnitt.“

Senatorin lobt Spagat zwischen Erholung und Wirtschaft

Senatorin Fischer-Gäde lobte den Spagat zwischen Erholung und Wirtschaft: „Hier wird nicht nur gerauscht und gezwitschert – hier wird auch gearbeitet.“ Zusammen mit Edda Eichhörnchen, dem Maskottchen der Landesforstanstalt, ermunterte sie die Kinder: „Lassen Euch inspirieren, liebe Kinder. Vielleicht werdet ihr Försterin oder Förster, Naturschützer oder eben auch Waldarbeiter.“

Minister und Senatorin warnten vor den Folgen des Klimawandels: viele Hitzetote in Deutschland in diesem Jahr, hunderte Hektar Waldbrand auch in MV, weltweit Hunderttausende Hektar in Flammen.

Rostocks Wald und seine Zukunft

Rostock verfügt über mehr als 6.000 Hektar Waldbesitz. Forstamtsleiter Harmuth, seit 34 Jahren im Amt, betonte die enge Verbindung der Rostocker zu „ihrem“ Wald: „Die Eigentümer sind die Bürger. Wir sind nur die Dienstleister.“ Jährlich legen die Förster Rechenschaft ab. Parallel treibt das Forstamt den klimaneutralen Umbau seines Wirtschaftshofs voran: neues Sozialgebäude, Energie-Carport mit PV-Anlage und Wärmepumpen, möglichst mit eigenem, zertifiziertem Holz. Das Gesamtvolumen liegt bei rund 3,1 Millionen Euro.

Zum Abschluss erlebte Senatorin Fischer-Gäde im Cockpit eines Harvesters, wie eine große Forstmaschine Bäume in Sekundenschnelle fällen, entasten und zuschneiden kann.