AfD Rostock leitet Parteiausschlussverfahren gegen Bankräuber-Kandidaten ein
AfD Rostock will Bankräuber-Kandidaten ausschließen

Die AfD in Rostock zieht Konsequenzen im Fall Sascha Gläser: Wegen seiner kürzlich bekannt gewordenen Vergangenheit als Bankräuber soll gegen den 42-jährigen Landtagskandidaten ein Parteiausschlussverfahren in Gang gesetzt werden. Nach Informationen dieser Zeitung kam der AfD-Kreisvorstand am Sonntagabend, 30. August, zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen, bei der es ausschließlich um dieses Thema gegangen sein soll.

Kreisvorstand ungehalten über Verhalten

Der Vorsitzende des Rostocker Kreisvorstandes, der AfD-Landtagsabgeordnete Michael Meister, soll über das Verhalten von Gläser mitten in der heißen Phase des Landtagswahlkampfes sehr ungehalten gewesen sein, so ein AfD-Insider. Der Kandidat, der sich bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern um das Direktmandat im Wahlkreis 7 (Hansestadt Rostock IV) beworben hat, hatte auf Nordkurier-Nachfrage zugegeben, vor 14 Jahren einen Banküberfall begangen zu haben.

Gläser bezeichnete die Tat als „den größten Fehler meines Lebens, den ich aufrichtig bereue“. Er sei dafür rechtskräftig verurteilt worden und habe die gegen ihn verhängte Strafe vollständig verbüßt beziehungsweise die damit verbundenen rechtlichen Auflagen erfüllt, so Gläser. Der Fall sei seit vielen Jahren abgeschlossen.

Kritik an verschwiegener Vergangenheit

AfD-Landes- und Kreisvorstand kritisierten heftig, dass Gläser seine Vergangenheit bei seiner Nominierung zum Landtagskandidaten verschwiegen habe. „Wenn das bekannt gewesen wäre, hätten sie ihn nicht aufgestellt“, so der AfD-Insider weiter. Von einem bewussten Verschweigen gegenüber seiner Partei könne jedoch keine Rede sein, so Gläser: „Ich habe meine Vergangenheit nicht aktiv zum Thema gemacht, weil die Tat mehr als ein Jahrzehnt zurückliegt, die Strafe vollständig verbüßt wurde und ich dieses Kapitel meines Lebens als abgeschlossen betrachtet habe“, sagte er gegenüber dieser Zeitung.

Zuvor war Gläser bereits als stellvertretender Kreisvorsitzender in Rostock zurückgetreten. Zudem hatte er erklärt, er werde – sollte er gewählt werden – sein Mandat nicht annehmen. „Dies bedauere ich sehr, da, wie gesagt, der Vorfall schon so lange zurückliegt, jedoch möchte ich mich dem großen Ganzen unterordnen und die Partei und ihre Mitglieder schützen, indem ich mich selbst zurücknehme“, so Gläser.

Wählbarkeit bleibt bestehen

Seine Wählbarkeit ist unterdessen nicht beeinträchtigt. Sein polizeiliches Führungszeugnis wies keine Einträge auf, da das Vorstrafenregister 14 Jahre nach der Tat gelöscht war.