Zwölf Zapfhähne am Tresen, Stehtische an der Wand, Bier im Stehen: In der Kröpeliner Straße 19 in Rostock eröffnet am Freitagnachmittag, 31. Juli, der neue Stehausschank „Krog 19“ der Marlower Brauerei. Aus dem ehemaligen Royal-Donuts-Laden, der zum Jahresende geschlossen hatte, ist damit eine Kneipe mit ungewöhnlichem Konzept geworden.
Vor der Tür, mitten in der Fußgängerzone, sollen zwei Biertischgarnituren aufgestellt werden. Im Inneren dominieren ein großer Tresen mit zwölf Zapfhähnen und wandmontierte Stehtische.
Ein Versuch mit Vorbild im Westen und Süden
Brauereidirektor Steffen Buth sagt kurz vor der Eröffnung: „Es ist ein Versuch, den wir starten wollen, weil so was gibt es in Rostock noch nicht.“ Der Stehausschank sei eine Idee, die man hierzulande kaum kenne: „Das kennt man im Norden so weit nicht“, so Buth. „Es ist eher eine Sache, die nach Nordrhein-Westfalen oder nach Bayern gehört, wobei die Kollegen von Jever so was auch in Schleswig-Holstein versuchen.“
Inspiriert worden sei das Konzept auch vom Bierwagen der Brauerei in Warnemünde, der gut laufe. In der Fußgängerzone sei ein solcher Wagen aber „schier unmöglich“, erklärt Buth. Rund um den Hopfenmarkt hatte Friedemann Kunz, dem die Brauerei gehört, zuletzt Gebäude gekauft – die Räume waren frei.
Preise, Produkte und Öffnungszeiten
Im Krog 19 kostet der halbe Liter Pils vom Fass 4,90 Euro. Studenten und Azubis erhalten zehn Prozent Rabatt. Aus den Zapfhähnen fließen sechs verschiedene Biersorten, dazu kommen die Limonaden der Brauerei. „Wir haben hier alle unsere Produkte, die die Marlower Brauerei selbst produziert“, sagt Buth. Daneben gibt es Kaffee, ausgesuchte Longdrinks, Wein, Aperol Spritz und Lillet sowie im Geschäft gebackene bayrische Brezeln.
Geöffnet ist der Stehausschank zunächst von Mittag bis 20 Uhr. Auch der Ausschank am Sonntag ist Teil des Versuchs. Erste Nachfragen von Stadtführern, die mit Gruppen durch die Innenstadt gehen, gebe es bereits: „Die würden das natürlich begrüßen, wenn sie hier einen Stopp machen und ihre Gruppe mit Getränken versorgen können“, so Buth.
Modulares Konzept für den Pop-up-Store
„Wir wollen es einfach mal ausprobieren. Wir glauben an das Konzept“, sagt der Brauereidirektor. Sollte es nicht ankommen, ist das Krog 19 von vornherein als Pop-up-Store angelegt: „Die Einrichtung ist so konzipiert, dass wir das auch wieder schmerzfrei wegräumen und innerhalb des Unternehmens wiederverwenden können“, erklärt Buth. Alles sei modular.
Wie lange die Kneipe geöffnet bleibt, stand zunächst nicht fest – genannt wurden bis Ende Oktober oder bis in die Weihnachtszeit. Danach soll entschieden werden, ob das Konzept in Rostock funktioniert. Buth ist zuversichtlich: „In anderen Städten funktioniert es ja auch. Warum soll es jetzt nicht auch in Rostock funktionieren? Das ist ein cooles Konzept. Zwanglos, locker, fröhlich, mit einem fairen Preis und warum soll es nicht funktionieren?“ Und: „Durst haben die Leute immer, trinken muss man auch.“