Das Europäische Hanse-Ensemble unter der Leitung von Manfred Cordes hat eine neue CD mit dem Titel „Musik aus dem alten Hamburg“ veröffentlicht. Die Aufnahme würdigt vergessene Komponisten des frühen 17. Jahrhunderts, die einst die Musikkultur der Hansestadt prägten.
Historische Instrumente und renommierte Musiker
Das Ensemble spielt auf Instrumenten wie Dulcian, Viola da Gamba, Barockposaune und Zink. Mit der Gambistin Hille Perl und dem Zinkenisten Fritjof Smith wirken herausragende Spezialisten der Alten Musik-Szene mit. Die Mitglieder des Ensembles sind mit den Feinheiten der historischen Klangsprache bestens vertraut.
Programm mit Schlachtengemälde und Sonaten
Ein besonderes Stück ist Matthias Weckmanns „Es erhub sich ein Streit im Himmel“, ein musikalisches Schlachtengemälde, das den Kampf zwischen Erzengel Michael und dem Drachen inszeniert. Schnelle, repetierende Töne imitieren Schwerter, Tempo- und Taktwechsel erzeugen Dramatik. Auch rein instrumentale Werke wie Dietrich Beckers „Sonata a 3“ aus der Sammlung „Musikalische Frühlings-Früchte“ sind enthalten. Becker war Komponist und Sologeiger der Hamburger Ratskapelle.
Aufnahme in Göteborg
Die Aufnahme entstand nicht in Hamburg, sondern in der Neuen Kirche Göteborg. Dort wurde im Rahmen eines internationalen Forschungsprojekts eine Orgel im Stil des berühmten Orgelbauers Arp Schnitger gebaut und im Jahr 2000 fertiggestellt. Die mitteltönige Stimmung der Orgel passt zur Musik des frühen 17. Jahrhunderts. Das Album zeigt einmal mehr, dass das Europäische Hanse-Ensemble im Bereich der historischen Musik Maßstäbe setzt.
Die CD umfasst Werke von Hieronymus Praetorius, Jacob Praetorius, Johann Schop, Dietrich Becker, Matthias Weckmann, Christoph Bernhard und Thomas Selle. Sie ist bei CPO erschienen (Bestellnummer: 0761203578122).