Tour de Verkehrswende 2026 startet in Schwerin
Tour de Verkehrswende 2026 startet in Schwerin

Die „Tour de Verkehrswende 2026“ hat am Samstag in Schwerin begonnen. Ziel der Rundfahrt ist Dessau, das die Teilnehmer am 16. August erreichen wollen. Motto der Aktion: „Straßen fair teilen“.

Start vor dem Staatstheater

Vor dem Mecklenburgischen Staatstheater versammelten sich zahlreiche Radfahrer, darunter Patrice Raies und Stefan Rupp aus Ingolstadt. Sie legten die weiteste Anreise zurück. „In Deutschland muss es mehr sichere Radwege geben“, sagten die beiden. Sie wollen bis zum 16. August selbst in die Pedale treten.

Die Tour wird vom Berliner Verein „Changing Cities“ organisiert. Sie führt durch Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt – drei Bundesländer, in denen im September Landtags- beziehungsweise Kommunalwahlen stattfinden. Mehr als 70 Interessierte haben sich angemeldet.

Fahrraddemo durch die Landeshauptstadt

Bevor die erste Etappe nach Zarrentin startete, gab es eine Fahrraddemo in Schwerin. Dazu hatten der Radentscheid Schwerin und die Initiativen „Zusammen Bewegen“ und „Lulu.Vielfalt.Demokratie“ eingeladen. Zwei Drittel der Wege in der Landeshauptstadt würden bereits ohne Auto zurückgelegt, trotzdem fehle es an baulich getrennten Radwegen, hieß es.

Die Route führte über die Werderstraße, die Möwenburgstraße, die Wismarsche Straße, den Obotritenring, die Robert-Beltz-Straße, die Lübecker Straße, das Ostorfer Ufer und die Graf-Schack-Allee. Die Polizei zählte rund 80 Teilnehmer, darunter viele Aktive der „Tour de Verkehrswende“.

BUND sieht Nachholbedarf

Jürgen Friedrich vom Schweriner BUND freute sich über die Resonanz. In der Landeshauptstadt gebe es in puncto Fahrradfreundlichkeit durchaus noch Nachholbedarf, betonte er. So sei etwa der Radstreifen auf dem Obotritenring viel zu schmal, dauerten die Planungen für den Ausbau der Mecklenburgstraße zur Fahrradstraße schon viel zu lange.

„Prüf“-Demonstration und Demokradtour

Auf dem Alten Garten fand am Samstag zugleich eine Kundgebung der Initiative „Prüf“ statt. Die Demonstranten forderten, dass alle Parteien, die vom Verfassungsschutz als rechtsextremer Verdachtsfall oder gesichert rechtsextrem eingestuft werden, vom Bundesverfassungsgericht überprüft werden. Auf der Demo gab es viel Sympathie für das ökologische Anliegen der „Tour de Verkehrswende“ und Ansporn für die Radler.

Bereits am Samstagmorgen war in Schwerin die „Demokradtour“ gestartet. Sie führt bis zum 5. September in 30 Stationen ebenfalls nach Sachsen-Anhalt und wirbt für Freiheit, Toleranz und Mitmenschlichkeit. „Wir wollen zur Teilnahme an den Wahlen und zur Auseinandersetzung mit demokratischen Positionen ermutigen“, sagte Initiator Prof. Dr. Harald Englisch.