Der Täter des islamistischen Anschlags am Rande des CSD in Berlin ist bereits als junger Schüler mit aggressivem Verhalten aufgefallen. Wie die „Berliner Morgenpost“ berichtet, wurden ab der ersten Klasse Vermerke wegen seines Verhaltens erstellt. Die Eltern hätten nicht mit den Lehrern kooperiert.
Schulwechsel und Förderbedarf
Abdul B. wechselte demnach zweimal die Grundschule und besuchte anschließend eine weiterführende Schule in einem Förderzentrum. Er habe Schwierigkeiten im emotionalen und sozialen Bereich gehabt und Anspruch auf sonderpädagogische Förderung. In der Folge entwickelte er sich zu einem Schulverweigerer und verließ die Schule ohne Abschluss.
Senatorin fordert Debatte
Die Senatsverwaltung für Bildung bestätigte auf Anfrage die Fakten des Berichts. „Demnach wurde die betreffende Person im Berliner Schulsystem beschult, es wurden bereits früh Unterstützungs- und Förderbedarfe festgestellt, und sie verließ die Schule ohne Schulabschluss“, hieß es. Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch sagte: „Der Fall zeigt, dass Problemlagen offenbar bereits früh erkannt worden sind. Gleichzeitig macht er deutlich, dass staatliche Hilfen an Grenzen stoßen können, wenn eine notwendige Mitwirkung des familiären Umfelds ausbleibt. Wir müssen deshalb offen darüber sprechen, ab welchem Punkt bei einer erheblichen Kindeswohlgefährdung der Schutz des Kindes stärker zu gewichten ist als das Elternrecht.“
Abdul B. hatte am Samstagabend ein Auto in eine Menschenmenge am Rande des CSD gesteuert. Am Sonntag wurde er von der Polizei beim Versuch der Festnahme erschossen.