Die CDU Mecklenburg-Vorpommern hat ein neunköpfiges Kompetenzteam für den Wahlkampf zusammengestellt. Experten aus der Praxis sollen die Partei beraten und bei Terminen unterstützen. Das gab Landeschef Daniel Peters am Dienstag in Rostock bekannt.
Team aus Experten, keine Fraktionsmitglieder
Bewusst sind keine Mitglieder der Landtagsfraktion in dem Team. Das sei Absicht, sagte Peters. Die Experten sollen helfen, Antworten auf wichtige Fragen zu geben. Peters schloss nicht aus, dass sie später Minister oder Staatssekretäre werden könnten. „Sie sind alle ministrabel“, so der Landesvorsitzende.
Die Mitglieder und ihre Themen
Stefanie Tiede (45) aus Rostock ist Präsidentin der Zahnärztekammer MV. Sie will sich für eine starke Gesundheitsversorgung einsetzen. „Wir brauchen weniger Bürokratie und mehr Zeit für Praxis und Patienten“, sagte sie. Auch gegen den Fachkräftemangel müsse die Politik mehr tun.
Rainer Wendt (69) war lange Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft. Er sieht großen Handlungsbedarf bei der Sicherheit. „Personal, Technik und Gesetze“ müssten besser werden. Als Beispiel nannte er die Bloßstellung von Polizisten durch Linksextremisten im Internet. „Das ist eine Bedrohung“, so Wendt.
Steffen Kästner (64) leitet die private Christopherusschule in Rostock. Er sprach von „organisierter Verantwortungslosigkeit“ in der Bildung. Er sei entsetzt, dass an einem Gymnasium in Hagenow ein Drittel der Schüler das Abitur nicht schaffte. Kästner fordert mehr Eigenverantwortung für Schulen.
Antonie Riecken (41) ist Landwirtin und Mutter von vier Kindern. Sie beklagt zu wenig Anerkennung für das Ehrenamt. Es brauche „verlässliche Rahmenbedingungen“.
Dietger Wille (55) ist Vizelandrat von Vorpommern-Greifswald. Er warnt vor zusammenbrechenden Haushalten bei Land und Kommunen. Nur was die Wirtschaft erarbeite, sei leistbar, sagte er. Sozialleistungen müssten überprüft werden.
Marko Zülske (56) führt den Polizeisportverein Rostock. Er fordert „starke Strukturen“ für eine starke Gesellschaft. Kritisch sieht er mangelnde Sportfähigkeiten bei Kindern, zum Beispiel bei einer Rolle vorwärts.
Maximilian Block (43) ist Gründer und Investor aus Greifswald. Er lobte die CDU-Pläne, zehn Millionen Euro pro Jahr für Start-ups auszugeben. „Ich sehe, dass wir im Ländervergleich viel liegen lassen – durch Unkenntnis.“
Lars Schwarz (49) ist Unternehmer aus Gnoien und Chef des Gaststättenverbandes. Er steht für kleinere und mittlere Unternehmen. Sein Grundsatz: Es könne nur das ausgegeben werden, was erwirtschaftet wurde. Er fordert „Wertschätzung auf Augenhöhe“ für die Wirtschaft.
Marco Gemballa (51) ist Chef einer Agrargesellschaft und Vize-Präsident des Bauernverbandes. Er will Vorschriften abbauen und mehr Eigenverantwortung. Er kritisiert Bürokratie und Regelwut in der Landwirtschaft.